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Senator Müller lobt Aufschwung in City-West
Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte

Mit der westlichen Innenstadt gehe es "steil nach oben", findet der neue Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Am Montag startete er dort seine geplante Reihe von Bezirksbesuchen.

Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte. „Nicht nur die Berliner lieben die City-West, auch für Touristen ist sie wieder verstärkt Anlaufpunkt“, bilanzierte er. Allerdings wurde der Senator schon zum Auftakt, vor Haus Cumberland am Kurfürstendamm, durch eine Protestaktion auf Schattenseiten des Aufschwungs hingewiesen: Charlottenburg-Wilmersdorfer Mieter verteilten Flugblätter der Initiative „Steigende Mieten stoppen!“ und kritisierten unter anderem, dass es im Bezirk keinen sozialen Wohnungsbau gebe.

Tatsächlich entstehen rund um den Ku’damm mehrere Wohnanlagen für eine zahlungskräftige Klientel.

Haus Cumberland ist dafür ein Beispiel: In den 185 geplanten Eigentumswohnungen, die Mitte 2013 bezogen werden sollen, kostet der Quadratmeter im Schnitt rund 4800 Euro. Müller betonte, dass es in dem Baudenkmal früher gar keine Wohnungen, sondern nur Büros und später Leerstand gegeben habe. Außerdem entlasteten auch teurere Wohnungen den Markt und wirkten gegen steigende Mieten. Neben privatem Wohnungsbau müsse es aber auch „ausreichend öffentlichen Neubau“ geben. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Baustadtrat Marc Schulte (beide SPD) sagten, das Bezirksamt wolle in diesem Jahr Grundstücke verkaufen, die für Wohnungsbau geeignet seien.

In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche informierte sich Müller über die Sanierung der alten Turmruine. Die Steinarbeiten sollen im März beginnen und bis Jahresende abgeschlossen sein, wie Chefplaner Gerhard Schlotter ankündigte. Das Baugerüst mit der wetterfesten „Einhausung“ aus weißem Aluminium und Plexiglas werde im März 2013 abgebaut. Anschließend müsse man allerdings auch noch den Sockel, auf dem die Kirchengebäude stehen, und die Betoneinfassungen der neueren Bauten von Egon Eiermann reparieren.

Im Rohbau des Hotels Waldorf-Astoria im Zoofenster-Hochhaus mussten Müller und die ihn begleitenden Bezirkspolitiker schließlich viel Fantasie aufbringen, um sich den künftigen Luxus vorzustellen, denn noch immer ist nur ein Musterzimmer fertig. Gründungsdirektor Friedrich Niemann nannte auch keinen genauen Eröffnungstermin. Es gehe „im Frühjahr“ los – spätestens „bis zum kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni“.
Senator Müller lobt Aufschwung in City-West
Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte

Mit der westlichen Innenstadt gehe es "steil nach oben", findet der neue Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD).
Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte

Mit der westlichen Innenstadt gehe es "steil nach oben", findet der neue Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Am Montag startete er dort seine geplante Reihe von Bezirksbesuchen.

Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte. „Nicht nur die Berliner lieben die City-West, auch für Touristen ist sie wieder verstärkt Anlaufpunkt“, bilanzierte er. Allerdings wurde der Senator schon zum Auftakt, vor Haus Cumberland am Kurfürstendamm, durch eine Protestaktion auf Schattenseiten des Aufschwungs hingewiesen: Charlottenburg-Wilmersdorfer Mieter verteilten Flugblätter der Initiative „Steigende Mieten stoppen!“ und kritisierten unter anderem, dass es im Bezirk keinen sozialen Wohnungsbau gebe.

Tatsächlich entstehen rund um den Ku’damm mehrere Wohnanlagen für eine zahlungskräftige Klientel.

Haus Cumberland ist dafür ein Beispiel: In den 185 geplanten Eigentumswohnungen, die Mitte 2013 bezogen werden sollen, kostet der Quadratmeter im Schnitt rund 4800 Euro. Müller betonte, dass es in dem Baudenkmal früher gar keine Wohnungen, sondern nur Büros und später Leerstand gegeben habe. Außerdem entlasteten auch teurere Wohnungen den Markt und wirkten gegen steigende Mieten. Neben privatem Wohnungsbau müsse es aber auch „ausreichend öffentlichen Neubau“ geben. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Baustadtrat Marc Schulte (beide SPD) sagten, das Bezirksamt wolle in diesem Jahr Grundstücke verkaufen, die für Wohnungsbau geeignet seien.

In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche informierte sich Müller über die Sanierung der alten Turmruine. Die Steinarbeiten sollen im März beginnen und bis Jahresende abgeschlossen sein, wie Chefplaner Gerhard Schlotter ankündigte. Das Baugerüst mit der wetterfesten „Einhausung“ aus weißem Aluminium und Plexiglas werde im März 2013 abgebaut. Anschließend müsse man allerdings auch noch den Sockel, auf dem die Kirchengebäude stehen, und die Betoneinfassungen der neueren Bauten von Egon Eiermann reparieren.

Im Rohbau des Hotels Waldorf-Astoria im Zoofenster-Hochhaus mussten Müller und die ihn begleitenden Bezirkspolitiker schließlich viel Fantasie aufbringen, um sich den künftigen Luxus vorzustellen, denn noch immer ist nur ein Musterzimmer fertig. Gründungsdirektor Friedrich Niemann nannte auch keinen genauen Eröffnungstermin. Es gehe „im Frühjahr“ los – spätestens „bis zum kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni“.

Der Tagesspiegel, [21.02.2012]; Simulation: Promo

 

 
Tourismus-Boom: Berlin Top-Reisedestination in Europa
2011-Bilanz: Zehn Millionen Gäste, 22 Millionen Übernachtungen

Über 22 Millionen Übernachtungen und fast zehn Millionen Gäste – der Tourismus in der Hauptstadt hat 2011 neue Rekordzahlen erreicht.
2011-Bilanz: Zehn Millionen Gäste, 22 Millionen Übernachtungen

Über 22 Millionen Übernachtungen und fast zehn Millionen Gäste – der Tourismus in der Hauptstadt hat 2011 neue Rekordzahlen erreicht. Damit behauptet sich Berlin erfolgreich im internationalen Städte- und Kongresstourismus und hat die Position als Top-3-Reiseziel in Europa – hinter London und Paris und vor Rom – weiter gefestigt. Neue Wirtschaftsimpulse wird der neue Flughafen BER bringen.

Tourismus – eine Schlüsselbranche für die Stadt
"Das Interesse am Reiseziel Berlin ist ungebrochen", sagt Berlins Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz im Rahmen der heutigen Pressekonferenz im Waldorf Astoria, einem bedeutenden, da stadtbildprägenden, Berliner Hotelneubau 2012. "Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für Berlin und gewinnt weiter an Gewicht." Dieser Bereich verzeichnet einen Bruttoumsatz von rund neun Milliarden Euro und hat einen hohen Beschäftigungseffekt – 230.000 Personen leben in Berlin vom Tourismus. Das ist ein großer Erfolg für eine der Schlüsselbranchen unserer Stadt.

Bis 2020 die 30-Millionen-Marke im Visier
Großes Potenzial für die Stadt sieht von Obernitz künftig in der neuen Infrastruktur für Berlin-Besuche: "Der Flughafen BER mit vielen neuen Flugverbindungen wird die Tourismuswirtschaft weiter stärken. 30 Millionen Übernachtungen im Jahr 2020 hält die Branche für realistisch." Häufig kommt erst der Tourismus, dann die Investoren: "Der Tourismus transportiert das positive Image Berlins in die Welt und bereitet dadurch das Fundament für die weitere Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Der Senat wird den Berlin-Tourismus deshalb in den kommenden Jahren intensiv unterstützen", ergänzt die Senatorin. Besonderes Augenmerk wird auf den Tagungs- und Kongressmarkt gelegt.

Berlin etabliert sich als erfolgreiche Tourismus-Metropole
Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin, zum Wachstumskurs der deutschen Hauptstadt: "Über 22 Millionen Übernachtungen zeigen: Die Welt kommt gern nach Berlin. Trotz wirtschaftlicher Krisen in anderen europäischen Ländern reisten wieder mehr internationale Gäste nach Berlin. Die Stadt zeigt sich krisenresistent." Vom Flughafen BER erhofft er sich einen Sprung für die Destination: "Der BER ist eine wichtige Etappe auf Berlins Weg zurück zur Weltstadt. Neue Langstrecken-Verbindungen werden dazu beitragen, eine noch erfolgreichere Tourismus-und Kongress-Metropole zu werden." Das Drehkreuz BER wird insbesondere die Chancen Berlins bei der Bewerbung für internationale Großveranstaltungen verbessern.

Roland-Berger-Studie: Berlin Top 3 nach London und Paris – Tourismusstrategie geht auf
Die deutsche Hauptstadt ist Champion in Europa. Berlin spielt neben London und Paris souverän in der Liga der großen Drei. Mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von sieben Prozent blickt Berlin innerhalb der letzten fünf Jahre europaweit sogar auf das größte Wachstum bei den Übernachtungen zurück. Das hat die Strategieberatung Roland Berger ermittelt. Hierzu wurden 24 Hauptstädte in Europa verglichen. Berlin überzeugt mit einem Tourismuskonzept, das in den letzten Jahren konsequent verfolgt wurde, wie die aktuelle Studie "European Capital City Tourism" bestätigt. "Berlin zeigt eindeutig, dass es sich zu einem der wichtigsten Tourismus- und Kongresszentren Europas entwickelt hat. Das verdankt die deutsche Hauptstadt einer durchdachten Tourismusstrategie und einer ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft", so Dr. Vladimir Preveden, Partner von Roland Berger. Bezüglich des Anteils internationaler Gäste hat Berlin laut Dr. Preveden allerdings noch Nachholbedarf.

Die Destination Berlin in Zahlen
"Seit Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in Berlin gestiegen: 2011 waren es über 1,5 Millionen mehr Übernachtungen als 2010", sagt Prof. Dr. Ulrike Rockmann, Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. "Neben den Besuchern aus Deutschland wird Berlin bei internationalen Gästen immer beliebter. 41 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland. Die höchsten Zuwachsraten im letzten Jahr weisen Besuchergruppen aus Island, Indien, Russland und Brasilien auf. " Prof. Dr. Rockmann ergänzt, dass Gäste aus Großbritannien Berlin am zahlreichsten besuchten, gefolgt von Niederländern, US-Amerikanern und Italienern.

Wachstumspotenzial für die Stadt steckt vor allem in den sogenannten BRIC-Märkten (Brasilien, Russland, Indien, China), die von visitBerlin intensiv bearbeitet werden. In diesen Ländern ist eine neue reisefreudige Mittelschicht entstanden, die künftig noch stärker für Berlin begeistert werden soll.

Den Besuchern stehen inzwischen 120.800 Betten zur Verfügung, 7,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die durchschnittliche Hotelbetten-Auslastung lag mit 51,2 Prozent leicht über dem Vorjahresstand (51 Prozent). Jeder Übernachtungsgast gibt während seines Berlin-Besuches pro Tag durchschnittlich 197 Euro aus (Wirtschaftsfaktor 2009) – für das Hotelzimmer, beim Abendessen, im Museum oder beim Shopping.

Landespressedienst, [15.02.2012]

 
5. Bürgerveranstaltung Olivaer Platz
Die Veranstaltung widmet sich dem prämierten Wettbewerbsentwurf, der den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt wird

Am Donnerstag, den 23.2.2012, um 19:30 Uhr lädt das Regionalmanagement CITY WEST zur 5. Bürgerveranstaltung im Rahmen der Neugestaltung des Olivaer Platzes in das Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin ein.
Die Veranstaltung widmet sich dem prämierten Wettbewerbsentwurf, der den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt wird

Am Donnerstag, den 23.2.2012, um 19:30 Uhr lädt das Regionalmanagement CITY WEST zur 5. Bürgerveranstaltung im Rahmen der Neugestaltung des Olivaer Platzes in das Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin ein. Die Veranstaltung widmet sich dem prämierten Wettbewerbsentwurf, der den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt wird. Zudem sollen Vorschläge und Ideen zur Konkretisierung gesammelt werden, die in die weitere Überarbeitung einfließen.

Das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden, das als Sieger des landschaftsplanerischen Wettbewerbs hervorgegangen ist, erläutert seinen Entwurf der interessierten Öffentlichkeit. Anschließend haben Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Vorstellungen und Anmerkungen zur verschiedenen Themen, wie die künftigen Nutzungen auf dem Platz, Sicherheit sowie Möglichkeiten privaten Engagements zur Pflege und Unterhaltung, einzubringen.

Im Rahmen des breit angelegten Beteiligungsverfahrens erwartet der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Ordnungsangelegenheiten Marc Schulte eine rege Beteiligung durch Anrainer, Geschäftsleute, Gewerbetreibende und die Einzelhändler. Bei den vergangenen Veranstaltungen haben sich jeweils bis zu 120 Teilnehmer intensiv mit den Zielen und Inhalten der Neugestaltung auseinandergesetzt.

Ausblick: Im April widmet sich eine weitere Bürgerveranstaltung dem Schwerpunktthema Verkehr und Pkw-Stellplätze. Im Folgenden wird der Entwurf durch das Büro Rehwaldt und den Bezirk C-W überarbeitet und erneut präsentiert und zur Diskussion gestellt. Für den Juni ist eine Vor-Ort-Aktion geplant, auf der provisorisch die vorgesehenen Veränderungen veranschaulicht und markiert werden. Den Abschluss des Beteiligungsverfahrens wird im August ein Planungs-Picknick auf dem Olivaer Platz bilden. Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts ist für 2013 geplant.

Alle, die am Olivaer Platz wohnen, arbeiten oder ihn in anderer Form nutzen, sind eingeladen, ihre Ideen bei der Veranstaltung in die Diskussion einzubringen.

 

 

 
Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte

Mit der westlichen Innenstadt gehe es "steil nach oben", findet der neue Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD). Am Montag startete er dort seine geplante Reihe von Bezirksbesuchen.

Zusammen mit Bezirkspolitikern und Vertretern des Regionalmanagements City-West besichtigte Müller bekannte Bauprojekte. „Nicht nur die Berliner lieben die City-West, auch für Touristen ist sie wieder verstärkt Anlaufpunkt“, bilanzierte er. Allerdings wurde der Senator schon zum Auftakt, vor Haus Cumberland am Kurfürstendamm, durch eine Protestaktion auf Schattenseiten des Aufschwungs hingewiesen: Charlottenburg-Wilmersdorfer Mieter verteilten Flugblätter der Initiative „Steigende Mieten stoppen!“ und kritisierten unter anderem, dass es im Bezirk keinen sozialen Wohnungsbau gebe.

Tatsächlich entstehen rund um den Ku’damm mehrere Wohnanlagen für eine zahlungskräftige Klientel.

Haus Cumberland ist dafür ein Beispiel: In den 185 geplanten Eigentumswohnungen, die Mitte 2013 bezogen werden sollen, kostet der Quadratmeter im Schnitt rund 4800 Euro. Müller betonte, dass es in dem Baudenkmal früher gar keine Wohnungen, sondern nur Büros und später Leerstand gegeben habe. Außerdem entlasteten auch teurere Wohnungen den Markt und wirkten gegen steigende Mieten. Neben privatem Wohnungsbau müsse es aber auch „ausreichend öffentlichen Neubau“ geben. Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Baustadtrat Marc Schulte (beide SPD) sagten, das Bezirksamt wolle in diesem Jahr Grundstücke verkaufen, die für Wohnungsbau geeignet seien.

In der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche informierte sich Müller über die Sanierung der alten Turmruine. Die Steinarbeiten sollen im März beginnen und bis Jahresende abgeschlossen sein, wie Chefplaner Gerhard Schlotter ankündigte. Das Baugerüst mit der wetterfesten „Einhausung“ aus weißem Aluminium und Plexiglas werde im März 2013 abgebaut. Anschließend müsse man allerdings auch noch den Sockel, auf dem die Kirchengebäude stehen, und die Betoneinfassungen der neueren Bauten von Egon Eiermann reparieren.

Im Rohbau des Hotels Waldorf-Astoria im Zoofenster-Hochhaus mussten Müller und die ihn begleitenden Bezirkspolitiker schließlich viel Fantasie aufbringen, um sich den künftigen Luxus vorzustellen, denn noch immer ist nur ein Musterzimmer fertig. Gründungsdirektor Friedrich Niemann nannte auch keinen genauen Eröffnungstermin. Es gehe „im Frühjahr“ los – spätestens „bis zum kalendarischen Sommerbeginn am 21. Juni“.

Der Tagesspiegel, [21.02.2012]; Simulation: Promo

 
2011-Bilanz: Zehn Millionen Gäste, 22 Millionen Übernachtungen

Über 22 Millionen Übernachtungen und fast zehn Millionen Gäste – der Tourismus in der Hauptstadt hat 2011 neue Rekordzahlen erreicht. Damit behauptet sich Berlin erfolgreich im internationalen Städte- und Kongresstourismus und hat die Position als Top-3-Reiseziel in Europa – hinter London und Paris und vor Rom – weiter gefestigt. Neue Wirtschaftsimpulse wird der neue Flughafen BER bringen.

Tourismus – eine Schlüsselbranche für die Stadt
"Das Interesse am Reiseziel Berlin ist ungebrochen", sagt Berlins Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz im Rahmen der heutigen Pressekonferenz im Waldorf Astoria, einem bedeutenden, da stadtbildprägenden, Berliner Hotelneubau 2012. "Der Tourismus ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige für Berlin und gewinnt weiter an Gewicht." Dieser Bereich verzeichnet einen Bruttoumsatz von rund neun Milliarden Euro und hat einen hohen Beschäftigungseffekt – 230.000 Personen leben in Berlin vom Tourismus. Das ist ein großer Erfolg für eine der Schlüsselbranchen unserer Stadt.

Bis 2020 die 30-Millionen-Marke im Visier
Großes Potenzial für die Stadt sieht von Obernitz künftig in der neuen Infrastruktur für Berlin-Besuche: "Der Flughafen BER mit vielen neuen Flugverbindungen wird die Tourismuswirtschaft weiter stärken. 30 Millionen Übernachtungen im Jahr 2020 hält die Branche für realistisch." Häufig kommt erst der Tourismus, dann die Investoren: "Der Tourismus transportiert das positive Image Berlins in die Welt und bereitet dadurch das Fundament für die weitere Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Der Senat wird den Berlin-Tourismus deshalb in den kommenden Jahren intensiv unterstützen", ergänzt die Senatorin. Besonderes Augenmerk wird auf den Tagungs- und Kongressmarkt gelegt.

Berlin etabliert sich als erfolgreiche Tourismus-Metropole
Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin, zum Wachstumskurs der deutschen Hauptstadt: "Über 22 Millionen Übernachtungen zeigen: Die Welt kommt gern nach Berlin. Trotz wirtschaftlicher Krisen in anderen europäischen Ländern reisten wieder mehr internationale Gäste nach Berlin. Die Stadt zeigt sich krisenresistent." Vom Flughafen BER erhofft er sich einen Sprung für die Destination: "Der BER ist eine wichtige Etappe auf Berlins Weg zurück zur Weltstadt. Neue Langstrecken-Verbindungen werden dazu beitragen, eine noch erfolgreichere Tourismus-und Kongress-Metropole zu werden." Das Drehkreuz BER wird insbesondere die Chancen Berlins bei der Bewerbung für internationale Großveranstaltungen verbessern.

Roland-Berger-Studie: Berlin Top 3 nach London und Paris – Tourismusstrategie geht auf
Die deutsche Hauptstadt ist Champion in Europa. Berlin spielt neben London und Paris souverän in der Liga der großen Drei. Mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von sieben Prozent blickt Berlin innerhalb der letzten fünf Jahre europaweit sogar auf das größte Wachstum bei den Übernachtungen zurück. Das hat die Strategieberatung Roland Berger ermittelt. Hierzu wurden 24 Hauptstädte in Europa verglichen. Berlin überzeugt mit einem Tourismuskonzept, das in den letzten Jahren konsequent verfolgt wurde, wie die aktuelle Studie "European Capital City Tourism" bestätigt. "Berlin zeigt eindeutig, dass es sich zu einem der wichtigsten Tourismus- und Kongresszentren Europas entwickelt hat. Das verdankt die deutsche Hauptstadt einer durchdachten Tourismusstrategie und einer ausgezeichneten Zusammenarbeit zwischen Politik und Wirtschaft", so Dr. Vladimir Preveden, Partner von Roland Berger. Bezüglich des Anteils internationaler Gäste hat Berlin laut Dr. Preveden allerdings noch Nachholbedarf.

Die Destination Berlin in Zahlen
"Seit Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in Berlin gestiegen: 2011 waren es über 1,5 Millionen mehr Übernachtungen als 2010", sagt Prof. Dr. Ulrike Rockmann, Präsidentin des Amtes für Statistik Berlin-Brandenburg. "Neben den Besuchern aus Deutschland wird Berlin bei internationalen Gästen immer beliebter. 41 Prozent aller Übernachtungen entfielen auf Gäste aus dem Ausland. Die höchsten Zuwachsraten im letzten Jahr weisen Besuchergruppen aus Island, Indien, Russland und Brasilien auf. " Prof. Dr. Rockmann ergänzt, dass Gäste aus Großbritannien Berlin am zahlreichsten besuchten, gefolgt von Niederländern, US-Amerikanern und Italienern.

Wachstumspotenzial für die Stadt steckt vor allem in den sogenannten BRIC-Märkten (Brasilien, Russland, Indien, China), die von visitBerlin intensiv bearbeitet werden. In diesen Ländern ist eine neue reisefreudige Mittelschicht entstanden, die künftig noch stärker für Berlin begeistert werden soll.

Den Besuchern stehen inzwischen 120.800 Betten zur Verfügung, 7,5 Prozent mehr als vor einem Jahr. Die durchschnittliche Hotelbetten-Auslastung lag mit 51,2 Prozent leicht über dem Vorjahresstand (51 Prozent). Jeder Übernachtungsgast gibt während seines Berlin-Besuches pro Tag durchschnittlich 197 Euro aus (Wirtschaftsfaktor 2009) – für das Hotelzimmer, beim Abendessen, im Museum oder beim Shopping.

Landespressedienst, [15.02.2012]

 
Die Veranstaltung widmet sich dem prämierten Wettbewerbsentwurf, der den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt wird

Am Donnerstag, den 23.2.2012, um 19:30 Uhr lädt das Regionalmanagement CITY WEST zur 5. Bürgerveranstaltung im Rahmen der Neugestaltung des Olivaer Platzes in das Amerika Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin ein. Die Veranstaltung widmet sich dem prämierten Wettbewerbsentwurf, der den Bürgerinnen und Bürgern vorgestellt wird. Zudem sollen Vorschläge und Ideen zur Konkretisierung gesammelt werden, die in die weitere Überarbeitung einfließen.

Das Büro Rehwaldt Landschaftsarchitekten aus Dresden, das als Sieger des landschaftsplanerischen Wettbewerbs hervorgegangen ist, erläutert seinen Entwurf der interessierten Öffentlichkeit. Anschließend haben Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, ihre Vorstellungen und Anmerkungen zur verschiedenen Themen, wie die künftigen Nutzungen auf dem Platz, Sicherheit sowie Möglichkeiten privaten Engagements zur Pflege und Unterhaltung, einzubringen.

Im Rahmen des breit angelegten Beteiligungsverfahrens erwartet der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Ordnungsangelegenheiten Marc Schulte eine rege Beteiligung durch Anrainer, Geschäftsleute, Gewerbetreibende und die Einzelhändler. Bei den vergangenen Veranstaltungen haben sich jeweils bis zu 120 Teilnehmer intensiv mit den Zielen und Inhalten der Neugestaltung auseinandergesetzt.

Ausblick: Im April widmet sich eine weitere Bürgerveranstaltung dem Schwerpunktthema Verkehr und Pkw-Stellplätze. Im Folgenden wird der Entwurf durch das Büro Rehwaldt und den Bezirk C-W überarbeitet und erneut präsentiert und zur Diskussion gestellt. Für den Juni ist eine Vor-Ort-Aktion geplant, auf der provisorisch die vorgesehenen Veränderungen veranschaulicht und markiert werden. Den Abschluss des Beteiligungsverfahrens wird im August ein Planungs-Picknick auf dem Olivaer Platz bilden. Die Umsetzung des ersten Bauabschnitts ist für 2013 geplant.

Alle, die am Olivaer Platz wohnen, arbeiten oder ihn in anderer Form nutzen, sind eingeladen, ihre Ideen bei der Veranstaltung in die Diskussion einzubringen.

 
Bus, Tram, U-Bahn – Am Samstag wird Berlin wird lahm gelegt

Nach den erfolglosen Tarifverhandlungen bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) machen die Beschäftigten ihre Drohung war und treten in einen Warnstreik.

In den festgefahrenen Tarifverhandlungen für die 12.500 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe macht Verdi die Drohung wahr und ruft für Samstag zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Von Betriebsbeginn bis gegen 19 Uhr sollen keine U- und Straßenbahnen sowie keine Busse unterwegs sein. Damit will Verdi erreichen, dass Löhne und Gehälter stärker steigen als die Arbeitgeber bisher angeboten haben.

Die Tarifkommission habe am Donnerstag bewusst den Sonnabend für eine erste Streikaktion gewählt, um die Auswirkungen für die Fahrgäste in Grenzen zu halten, teilte die Gewerkschaft mit.

Gleichzeitig solle mit dem Warnstreik ein deutliches Zeichen gesetzt werden. Spüren werden es Berufstätige, die am Sonnabend arbeiten müssen, Berliner, die einkaufen oder Ausflüge machen wollen, Touristen, die die Stadt erkunden wollen und die Besucher des Fußballspiels im Olympiastadion, die bei der Hin- und Rückfahrt auf die S-Bahn angewiesen sein werden. Allerdings kann auch diese kein volles Programm anbieten, da ihr nach wie vor Fahrzeuge und Fahrer fehlen.

Da die Mehrzahl der Mitarbeiter der BVG und deren Tochterunternehmen Berlin Transport bei Verdi Mitglied sind, wird wohl fast der gesamte Betrieb der BVG lahm gelegt sein. Ob die BVG versucht, einen Notfahrplan aufzustellen, ist noch unklar. Der S-Bahn-Verkehr ist nicht betroffen, weil das Unternehmen zur Deutschen Bahn gehört.

Die Verdi-Tarifkommission habe ein nachgebessertes Angebot der Arbeitgeber einstimmig als unzureichend abgelehnt, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft am Mittwoch. Mit der Aktion machten die Mitarbeiter deutlich, „dass ihre Geduld erschöpft ist“, nachdem in sechs Verhandlungsrunden keine Annäherung gelungen sei. Die nächste Runde bei den Tarifverhandlungen findet am Montag statt. Verdi erwartet, dass die Arbeitgeber, vertreten durch den Kommunalen Arbeitgeberverband, dann ein "verhandlungsfähiges Angebot" vorlegen. Kommt es zu keiner Annäherung, ist mit weiteren Warnstreiks zu rechnen, die dann auch den werktäglichen Berufsverkehr treffen können.

Die Beschäftigten fordern eine Lohnerhöhung, die die Inflationsverluste ausgleicht. Die Laufzeit des Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen. Die Arbeitgeber wollen den Tarifvertrag für vier Jahre abschließen. Die BVG hatte nach Tagesspiegel-Informationen angeboten, Löhne und Gehälter um mindestens zwei Prozent zu erhöhen. Zuvor hatte sie bis 2015 jährliche Steigerungen zwischen 1,2 und 1,5 Prozent vorgesehen. Verdi fordert einen Ausgleich für die Inflationsrate sowie einen Zuschlag.

Der Flughafen Tegel, nur erreichbar mit dem Bus, dürfte damit am Sonnabend so gut wie abgeschnitten sein – und das am letzten Tag der Berlinale – , die Taxibranche wird es freuen. Betroffen sind am Sonnabend auch 75.000 Zuschauer, die ins Olympiastadion kommen – dort spielt Hertha BSC um 15.30 Uhr gegen Borussia Dortmund; allein 10.000 Fans werden aus dem Ruhrgebiet anreisen. Sie müssen sich in die eh schon bei Hertha-Spielen vollen S-Bahnzüge drängen – denn die Linie U 2 und auch die Busse auf der Heerstraße fallen aus – zufälligerweise übrigens bis zwei Stunden nach Abpfiff. Für viele der 10.000 Zuschauer, die zum Alba-Heimspiel am Samstagabend wollen, wird es zumindest knapp. Die S-Bahn ist eine Alternative - wenn man denn den S-Bahnhof ohne BVG-Bus überhaupt erreicht.

Als es 2008 schon einmal zum BVG-Streik kam, hatte Hertha BSC mit der Messe einen Gratis-Parkplatz auf dem Messegelände organisiert und die Fans mit Shuttle-Bussen hin und hergefahren, weil es am Stadion zu wenig Parkplätze gibt. Ob auch diesmal dieser Service angeboten wird, ist unklar.

Der Tagesspiegel, [15.02.2012]

 
Berlin ist die Hauptstadt der Einkaufszentren

Das neueste Projekt heißt Spree Shopping Berlin und steht neben der Großarena O2 World in Friedrichshain. Es hat 120 Geschäfte, einen Sport- und Wellnessbereich und eine Sonnenterrasse mit Blick auf die East Side Gallery. In einigen Jahren, so ist es geplant, sollen auf dem gut 20 Hektar großen Areal zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße Tausende Menschen arbeiten, wohnen und ausgehen. Und natürlich auch einkaufen.

Das Projekt des Münchner Investors CKV Immobilien GmbH ist Berlins neuestes Shopping-Center, gebaut werden soll es ab 2013. Es wird das 62. Einkaufszentrum der Stadt sein. Derzeit gibt es 59, zwei weitere – eines an der Schlossstraße in Steglitz und eines am S-Bahnhof Köpenick – sind aktuell im Bau und sollen noch dieses Jahr öffnen. Nirgendwo sonst in Deutschland existieren so viele Einkaufszentren wie in Berlin. Nicht in Hamburg (41 Center), nicht in Frankfurt/Main (7) und nicht in Köln (8) – obwohl überall dort die Kaufkraft ungleich höher ist als hier. Berlin ist die Hauptstadt der Shopping-Center, und ganz offensichtlich hält dieser Boom an.

Gropius Passagen verkauft

„Die Center sind ein Erfolgsmodell, weil es für die Kunden dort warm, hell und sicher ist und weil alle Läden dieselben Öffnungszeiten haben“, sagt Nils Busch-Petersen, Chef des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg. Nach dem Mauerfall entstanden große Einkaufstempel zunächst im Umland, auf der grünen Wiese, seit einigen Jahren wird verstärkt in der Stadt gebaut. Einige Betreiber sparen sich auch den Neubau, sie kaufen bestehende Center einfach auf: So gehören die Hallen am Borsigturm in Tegel seit Anfang des Monats dem Branchenprimus ECE, der in Berlin bislang siebenmal vertreten war, etwa mit den drei Ring Centern und den Potsdamer Platz Arkaden. Und das Unternehmen Mfi, das in Berlin alle fünf Center betreibt, die den Namenszusatz Arcaden tragen – so wie in Spandau, Wilmersdorf oder an der Schönhauser Allee – hat gerade die Gropius Passagen in Neukölln gekauft.

„Auch bei harter Konkurrenz Berlin kann man erfolgreich sein“, sagt Andreas Keil von Mfi. Notwendig dafür sei ein individuelles Konzept für jedes Center: „In den Neukölln Arcaden haben wir ein Kino und eine Bibliothek und gewährleisten so neben den 60 Läden die Kiezversorgung.“ Ganz auf den Zuzug von Familien hat man das Sortiment in den Wilmersdorf Arcaden an der Wilmersdorfer Straße ausgerichtet – mit einem großen Angebot an Spielwaren und Kinderkleidung. Auch die Neuerwerbung Gropius Passagen, mit gut 80 000 Quadratmetern Berlins größtes Shopping-Center, will Mfi „optimieren“. Vor allem die Lage nahe dem künftigen Flughafen BER in Schönefeld sei dort der Vorzug: „Der Flughafen wird auf die ganze Region ausstrahlen, die noch wenig kaufkräftig ist“, sagt Manager Keil. Obwohl das Center auch jetzt schon gut laufe und allein durch pure Größe überzeuge. Keil: „Das Center hätte jeder gern."

Die Frage, ob Berlin nicht bald mit Centern überversorgt ist, wird unterschiedlich beantwortet. Nils Busch-Petersen vom Handelsverband hält Konkurrenz für positiv, aber nicht jedes Einkaufszentrum für überlebensfähig. „Wer nur die Tür aufschließt und auf Kundschaft wartet, hat keine Chance.“ Unterhaltung gehört mittlerweile zum Einkaufen wie die gefüllte Geldbörse. Deshalb treten in den Malls Künstler auf, werden exotische Tiere ausgestellt, präsentieren sich Sportler, gibt es Verlosungen und Tombolas. Busch-Petersen: „Die Kunden kommen nicht wegen der x-ten Deichmann-Filiale, sie wollen etwas erleben."

Warnung vor Pleiten

Wo das Geschäft trotzdem schlecht laufe, gebe es dafür Gründe. Zum Beispiel im Hafen Tempelhof, wo Geschäftsleute vergebens auf Kundschaft warten. Dort, so Busch-Petersen, gebe es möglicherweise zu wenige Läden, um insgesamt attraktiv zu sein. Und das Schlossstraßen-Center am Walther-Schreiber-Platz in Schöneberg leide an der Konkurrenz nur wenige Meter entfernt, wo Shopping-Center wie das Forum Steglitz und Das Schloss locken.

Überhaupt ist die Situation entlang der gut zwei Kilometer langen Schlossstraße, wo es demnächst gleich vier große Einkaufszentren gibt, selbst für Berlin beispiellos. Anfang April öffnet dort das Center Boulevard Berlin mit 76 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Gemessen an der Dichte der Shopping-Center wird damit die Schlossstraße die Nummer Eins unter den Einzelhandelsstandorten in der Stadt. Während mancher Skeptiker vor einer Überversorgung mit einhergehender Pleitewelle warnt, ist Jochen Brückmann von der Industrie- und Handelskammer IHK Berlin eher zuversichtlich: „Wenn so eine massive Verdichtung klappt, dann dort“, meint er. Denn der Boulevard Berlin biete etwas, was es sogar an der Schlossstraße kaum gibt: Viel Platz zum Sitzen und Ausruhen vom Shoppen. Brückmann: „Die überdachten Passagen des Boulevard Berlin ist die Chance für die gesamte Straße, die davon profitieren kann."

Allerdings ist das Thema Einkaufen in Berlin für viele Experten so langsam ausgereizt. „Jeder vierte Euro beim Shoppen wird jetzt schon von Touristen ausgegeben“, sagt der Verbandschef Busch-Petersen. Gäbe es die Berlin-Besucher nicht in dieser Masse, sähe es für einige Shopping-Center schon recht düster aus. Berlin werde sich bei rund 60 Centern „einpegeln“. Trotzdem wird zunächst erst mal weitergebaut. Am Leipziger Platz, fast in Sichtnähe zu den Potsdamer Platz Arkaden, plant ein Investor 200 Läden. IHK-Mann Brückmann: „Der Standort dort wird gestärkt, aber ob alle überleben, ist ungewiss."

Berliner Zeitung, [14.02.2012]

 

 
Zu Beginn des Jahrtausends war die Prachtmeile des Berliner Westens als verschnarcht und altmodisch in Verruf geraten

Nun eröffnen am Kurfürstendamm viele Edel-Läden. Friedrichstraße und Unter den Linden wird der Rang abgelaufen.

Edelste Kleider und Anzüge sind schon seit einigen Tagen im Schaufenster zu sehen, Kunden können seit Ende Januar in der Boutique am Kurfürstendamm 54 einkaufen. Am heutigen Dienstag aber eröffnet Giorgio Armani seinen Berliner Flagshipstore offiziell – mit prominenten Gästen und Leuten aus der Führungsriege des Mailänder Konzerns. Erst am Sonnabend wurde in Sichtweite, auf der anderen Straßenseite, gefeiert: Am Kurfürstendamm 187 hat das etwas knalligere, aber ebenso berühmte Label Dolce & Gabbana seine erste Berliner Boutique eröffnet, mehr als 600 Quadratmeter groß. Andere internationale Marken wie Hermès, Yves St. Laurent, Prada, Gucci sind bereits in den letzten Jahren an den Boulevard gezogen oder haben ihre Läden vergrößert.

"Zoofenster" läutete Revival ein

In den nächsten Monaten wird es in der City West weitere Eröffnungen von angesagten Geschäften und Hotels geben. Der Kurfürstendamm schickt sich damit an, zumindest im Einzelhandelsbereich die Konkurrenz zur historischen Berliner Mitte mit der Friedrichstraße und dem Boulevard Unter den Linden zu seinen Gunsten zu entscheiden. Zu Beginn des Jahrtausends war die Prachtmeile des Berliner Westens als verschnarcht und altmodisch in Verruf geraten, es siedelten sich dort sogar Matratzenläden an – ein deutliches Zeichen für den Niedergang von Geschäftsstraßen. Denn im westlichen Zentrum Berlins schien die Zeit stehen geblieben, Investitionen blieben dort jahrelang aus. Doch spätestens mit dem Bau des 118 Meter hohen Wolkenkratzers „Zoofenster“ am Breitscheidplatz durch Investoren aus Abu Dhabi wurde im Jahr 2008 das Revival der City West eingeläutet. Andere Bauherren, wie am Bikini-Komplex in der Budapester Straße, zogen nach.

In das fast fertiggestellte Hochhaus gegenüber dem Bahnhof Zoo zieht Deutschlands erstes Waldorf Astoria Hotel, Nobelmarke des US-amerikanischen Hilton-Konzerns. Der vergoldete Schriftzug „Waldorf Astoria“ ziert bereits den Eingang. Im Frühjahr soll die Eröffnung sein. Ein genaues Datum wird von Hilton noch nicht genannt. Dabei kann das Haus mit 232 Zimmern und Suiten bereits gebucht werden, die Reservierungssysteme sind in Betrieb, neben der Website (www.waldorfastoria.com) ist inzwischen auch der Facebook-Auftritt freigeschaltet. „Die erste Direktbuchung kam aus Berlin, weitere Reservierungen folgten aus Deutschland, anderen europäischen Ländern und aus den USA“, teilt die Agentur Wilde & Partner mit, die Hilton betreut.

Eine weitere Neueröffnung, eher für ein jüngeres, trendiges Publikum, wird es im März im Neuen Kranzler Eck geben. Dann eröffnet am Kurfürstendamm 24 eine Filiale von Urban Outfitters. Auch für den Komplex Kurfürstendamm 195, der aufwändig modernisiert wird, stehen knapp ein Jahr vor der Fertigstellung prominente Mieter fest: unter anderem der italienische Herrenausstatter Boggi Milano, die Designermarke Strenesse sowie Starstylist Shan Rahimkhan. Daneben, im denkmalgeschützen Haus Cumberland, wird Bread & Butter-Chef Karl-Heinz Müller noch 2012 sein Multilabelkonzept 14 oz. eröffnen.

"Die Berliner Top-Adresse"

Heimlichkeiten gibt es noch um den prominenten Mieter des Hauses Kurfürstendamm 26. Zwar ist es längst ein offenes Geheimnis, dass dort, in der ehemaligen Filmbühne Wien, Apple seinen ersten Berliner Store eröffnet, voraussichtlich im Frühsommer. Doch wie bei dem Kultlabel Usus, gibt es dafür derzeit keine offizielle Bestätigung: „Dazu sagen wir derzeit nichts“, heißt es aus der Deutschlandzentrale des Unternehmens. Und damit auch ja niemand etwas von den Bauarbeiten im Innern sieht, wurde das Haus am Kurfürstendamm mit einem blickdichten schwarzen Vorbau ohne jede Werbung versehen.

Marcus Kötschau, der Leiter des Bereichs Einzelhandel beim Immobiliendienstleister Engel & Völkers, sagt, dass die Entwicklung am Kudamm mit der Verstärkung des Metropolencharakters von Berlin zusammenhängt: Die Stadt ziehe immer mehr Touristen aus der ganzen Welt an, auch gut betuchte. „Berlin gewinnt auf der ganzen Linie, besonders aber der Kurfürstendamm.“ Der Boulevard, der 2011 das 125. Jubiläum feierte, habe schon immer zu den am Besten frequentierten Geschäftsstraßen der Hauptstadt gehört. Mit der weiteren Ansiedlung von Hochpreislabels habe er in der letzten Zeit „seine Premiumstellung“ ausgebaut. Im Luxussegment sei der Kurfürstendamm die unangefochtene Nummer Eins in der Stadt, sagt Kötschau, „die Berliner Top-Adresse".

Berliner Zeitung, [13.02.2012]

 

 
Bei klirrender Kälte feiern die Narren auf dem Kurfürstendamm – und halten sich strikt ans Lärmverbot

Vielleicht ist es das letzte Mal, dass Ralf Stiller am Sonntag, bevor die traditionelle Fastenzeit beginnt, seine Uniform überstreift und das Schiffchen auf den Kopf setzt, um für ein paar Stunden als Präsident der Berliner Ehrengarde in der Januarkälte mit Fremden auf der Straße Polonaise zu tanzen. Seit 18 Jahren ist Stiller Karnevalist, seit seine Tochter mit sieben Jahren ein Funkenmariechen wurde. Auf jedem der zwölf Berliner Umzüge war Stiller dabei. Doch zum ersten Mal steht er zwischen den Wagen und sagt: „Es macht keinen Spaß.“ Neben ihm prasselt eine Ladung Kamellen auf den Boden: „Flatsch!“ Im Hintergrund läuft ein leise Musik.

Die Umweltverwaltung hat dem Karneval auferlegt, nicht lauter als 70 Dezibel zu sein. Eine normale Unterhaltung hat eine Lautstärke von 60 Dezibel. So ein Karneval könnte durch das eigene Wohnzimmer ziehen und kein Nachbar würde es bemerken.
„Wir haben überlegt, ob wir in diesem Jahr überhaupt mitmachen“, sagt Stiller, neben ihm stehen Biene Maja, ein Schlumpf und ein Panzerknacker, klatschen in die Hände: „Klatsch, klatsch.“ Aber dann hätten sie die Veranstalter nicht in Stich lassen wollen. Jetzt ist die Ehrengarde also trotzdem dabei. „Der Umzug ist der Höhepunkt unseres Jahres“, sagt Stiller, den wollten sie sich nicht nehmen lassen. Dafür haben sie zumindest an die Wände ihres Wagens Sprüche gemalt: „Weltstadt hin, Weltstadt her, mit 70 dB geht das nicht mehr."

Der Senat hat seine Entscheidung damit begründet, dass es Ausnahmen vom Lautstärkelimit nur noch für Veranstaltungen gibt, die von „historischer, kultureller oder sportlicher Bedeutung“ sind. Der Karneval zählt offensichtlich nicht dazu, er wird als „störende Veranstaltung“ eingestuft.

Stiller erzählt noch, dass er Rentner sei, dass der trostlose Berliner Winter durch den Karneval Farbe bekommt, dass er in den letzten Jahren viele Freunde hier gefunden hat. Dann winkt er einem der Wagen zu und ruft: „Viel Spaß euch! Aber seid nicht so laut!"

Nicht viele Karnevalsvereine haben sich dem offenen Protest der Ehrengarde angeschlossen. Der Berliner Karneval war noch nie sonderlich politisch. Auch Bundespräsident Christian Wulff, der mit seinem upgegradeten Leben in den vergangenen Wochen eigentlich allen Jecken eine Steilvorlage geliefert hat, kommt so gut wie gar nicht vor. Ein Mann auf einem Fahrrad gurkt zwischen die dünnen Zuschauerreihen, er trägt eine Wolfsmaske und ein Schild: „Der Wulff und die sieben Sponsoren.“ Nun ja.

Und dann zieht er doch noch vorbei, ein politischer Karnevalswagen: Merkel ist darauf zu sehen, ein Streichholz in der Hand, mit dem sie die Lunte einer Kanone anzündet, in der Philipp Rösler wie Baron Münchhausen auf den Abflug wartet. Weiter oben fliegt Roland Koch. Hinter Merkel kauert Wulff. „Der nächste, bitte“, sagt die Kanzlerin.

Vor dem Wagen steht Peter Schmidt in grünem Frack mit Zylinder über strahlend blauen Augen. Schmidt ist heute nicht der Instandsetzer bei der Bahn, der er sonst fünf Tage in der Woche arbeitet. Er ist heute Direktor des Politzirkus. Die anderen Mitglieder der Rosengarde sind die Zirkustiere. „Karneval ist eine gute Gelegenheit, laut seine Meinung zu sagen“, sagt Schmidt. Ein dicker Mann mit Schnauzer steht neben ihm in abgewetztem Bärenkostüm, ein Schild in der Hand: „Eine Million Jecken auf der Straße und ein Narr im Rathaus."

Vielleicht hätten sie voraussehen können, dass es in diesem Jahr nicht 1,2 Millionen Zuschauer geben würde, wie es die Veranstalter für 2011 verkündeten. Es sind höchstens ein paar Tausend, die am Ku'damm stehen, vielleicht ist es zu kalt, vielleicht hatten viele gar nicht erst Lust zu kommen, nachdem die neue Lautstärkeregelung bekanntwurde. „Ohne Musik ist das schwierig mit der guten Laune“, sagt Schmidt. Der Generator im Wagen vor ihm schluckt die zaghaften Versuche der Zuschauer, mitzusingen. „Ich traue mich gar nicht, mitzusingen, wenn es so leise ist“, sagt eine Mittvierzigerin, die mit ein paar Freundinnen gekommen ist. Sie haben sich mit bunten Perücken und Sonnenbrillen herausgeputzt. „Schade, ich verstehe wirklich nicht, warum die Berliner sich so gegen den Karneval wehren."

Berliner Zeitung, [12.02.2012]

 
Soll man das ICC sanieren? Umbauen? Abreißen? Oder gar verrotten lassen?

Fest verankert zwischen Messegelände und Stadtautobahn erweckt das Internationale Congress Centrum (ICC) den trügerischen Anschein, es sei für die Ewigkeit gebaut. Aber die Zukunft des schimmernden Kolosses am Rand der City-West, immer noch das größte Kongressgebäude Europas, ist ungewiss. Trotz vieler Senatsbeschlüsse und dem Versprechen der rot-schwarzen Koalition, den Mammutbau zu sanieren und in seiner bewährten Funktion weiter zu nutzen. Doch an den Politikern nagen schlimme Zweifel, dass die Kosten für Schadstoffbeseitigung, Modernisierung und eine besser nutzbare Innenarchitektur nicht in den Griff zu bekommen sind.

Im neuen Landeshaushalt stehen noch jene 182 Millionen Euro, die SPD und Linke 2008 als finanziellen Rahmen festgelegt hatten. Jetzt heißt es senatsintern, das sei nur eine „grobe Schätzung“ gewesen, basierend auf dem Raumvolumen des ICC. Als die Stadtentwicklungsverwaltung im Dezember 2011 in einer internen Prognose zu dem Ergebnis kam, dass eine „Vollsanierung“ 330 Millionen Euro kosten könnte, führte dies zu schweren politischen Lähmungserscheinungen. Einig sind sich die Haushaltsexperten der Koalition bisher nur, dass 250 Millionen Euro für die ICC-Sanierung die Schmerzgrenze sind. Aber es gibt keine brauchbaren Konzepte, die garantieren, dass dieses Limit eingehalten wird.

Ein Abriss, als bequeme Alternative, scheidet aus. Da sind sich SPD, CDU und Grüne einig. Das Gebäude ist so tief und weitläufig mit der benachbarten Stadtregion verwurzelt, dass eine Demontage bautechnisch kaum möglich ist und mindestens so teuer käme wie eine Sanierung. Die Kostenexplosion beim Abriss des Palastes der Republik ist im kollektiven Gedächtnis der Berliner Landespolitik haften geblieben.

Auch die Idee, das ICC als Kongresszentrum zu entwidmen und zu einer gigantischen Messehalle umzubauen, wurde wieder verworfen. Dies setzte voraus, dass der Bau entkernt und mit variablen Innenwänden versehen wird. Angesichts der vielen tragenden Bauteile aus Stahl und Beton sei dies „statisch kaum machbar“, sagt die ICC-Architektin Ursula Schüler-Witte, die sich für die Sanierung einsetzt. Die Baubehörde des Senats widerspricht dem nicht. Und auch mit dieser aufwendigen und risikoreichen Variante ließe sich kein öffentliches Geld einsparen. Einen Kaufinteressenten für das 1979 eröffnete und noch immer sehr gut ausgelastete ICC gibt es nicht, das ist seit Jahren ausgelotet. Der Senat könnte das 320 Meter lange „Raumschiff“ verrotten lassen, das wäre wohl eine preiswerte Sache. Niemand hat sich bislang getraut, dies ernsthaft zu erwägen.

Also bleibt nur die Sanierung. Stellvertretend für die Berliner Steuerzahler findet es Architektin Schüler-Witte „unverständlich, dass sich die Ermittlung der Sanierungskosten für das ICC über Jahre erstrecken und im Halbjahresabstand immer wieder neue und höhere Kosten genannt werden, die offenbar alle keine nachvollziehbaren Grundlagen haben“.

Bis heute sind 1,3 Millionen Euro nur für Gutachten ausgegeben worden. Wirtschaftssenatorin Sybille von Obernitz (parteilos, für CDU) arbeitet zur Zeit an einer zusammenfassenden Expertise und schließt nicht aus, dass weitere Gutachten folgen werden.

Aber mit welchem Ziel? Wie man hört, erwartet Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) von der Kollegin von Obernitz und der Messegesellschaft ein neues Konzept für das ICC, das seine Verwaltung dann in verbindliche Kostenrechnungen und Baupläne umwandeln kann. Eine Sprecherin der Wirtschaftsverwaltung sagte dazu nur, dass sich die Gespräche noch „in einem Stadium der Meinungsbildung“ befänden. Die Messe wiederum fühlt sich von Müllers Erwartungen nicht angesprochen. „Wir haben unsere Hausaufgaben längst gemacht“, sagte Messesprecher Michael Hofer. Schon in der vergangenen Wahlperiode habe das Unternehmen einen detaillierten Bedarfsplan für die künftige Nutzung des Kongressgebäudes vorgelegt. Alles weitere sei Angelegenheit des Eigentümers – und nicht des Pächters.

Die Regierungsfraktionen von SPD und CDU zucken vorerst nur ratlos mit den Schultern und sichern sich gegenseitig zu, dass der Koalitionvertrag in Sachen ICC gilt. In einer Woche treffen sich dem Vernehmen nach die Vorsitzenden des Wirtschafts- und des Hauptausschusses im Abgeordnetenhaus mit den fachlich zuständigen Senatoren Müller und von Obernitz. Ende Februar beginnen im Parlament die Haushaltsberatungen für 2012/13, die bis zur Sommerpause abgeschlossen sein sollen. Spätestens dann muss ein bezahlbares Sanierungskonzept vorliegen, wenn die Bauarbeiten wie geplant 2014 beginnen sollen.

Der Tagesspiegel, [12.02.2012]

 

 
Am Donnerstag beginnen die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin

Die Berlinale startet am Donnerstag, im Mai folgt das Filmfestival im französischen Cannes, Ende August wird der rote Teppich im italienischen Venedig ausgerollt. Es gibt neben ihnen viele andere Festivals, doch diese drei sind die bedeutendsten der Welt. Sie beargwöhnen einander, konkurrieren miteinander und haben zugleich alle ihre Eigenheiten. Ein Vergleich der drei Großen lohnt.

Was macht die Berlinale unverwechselbar?

Bei weltweit Hunderten, wenn nicht gar Tausenden von Filmfestivals pro Jahr Alleinstellungsmerkmale zu finden, ist gar nicht so einfach. Nicht mal an der schmalen Spitze.

Eines allerdings hat die Berlinale allen voraus: Sie ist das weltgrößte Publikumsfilmfestival mit angeschlossenem Wettbewerb. Im ersten Dezennium seiner Regentschaft hat Festivaldirektor Dieter Kosslick die Berlinale zum alle Generationen umfassenden Riesen-Filmereignis ausgebaut. Der Reihe nach: Die Allerkleinsten sitzen zwar noch nicht vor der Leinwand, werden aber, damit ihre Eltern Filme gucken können, im Berlinale-Kindergarten betreut. In den beiden Generation-Sektionen gibt es Filme für Kinder und Jugendliche, im Talent Campus trifft sich der Filmemacher-Nachwuchs. In der Reihe Perspektive Deutsches Kino präsentieren hiesige Filmemacher ihre Erstlinge. In der Retrospektive wird Filmkunst pur, im Kulinarischen Kino zusammen mit den Kreationen von Spitzenköchen genossen, und im immer weiter wachsenden European Film Market wird eifrig mit der Ware Film gehandelt. Nicht zu vergessen die traditionellen Hauptreihen Wettbewerb, Forum und Panorama.

All dies verschmilzt in Berlin zu einem kreativ-konsumtiv-merkantilen Gesamtkunstwerk, das alljährlich Zehntausende anzieht. Die Metropole im Hintergrund tut ein Übriges, vor allem im Blick auf die großen Festivalkonkurrenten Cannes und Venedig. Das südfranzösische Städtchen mag Sonne und Meer haben, döst aber, wenn nicht im Mai Filmfest ist, winters als Rentner- und sommers als Touristenparadies vor sich hin. Das norditalienische Venedig protzt ebenfalls mit Sonne und Meer, aber das Festival auf dem Lido nutzt – in einer seit Jahren bejammernswerten Baustellensituation – im September nur mehr die Kulisse der touristisch ganzjährig überfluteten und kaum mehr originär bewohnten Lagunenstadt.

Dennoch: Es gibt, mit der traditionellen Eiseskälte im Februar, auch ein unschönes Alleinstellungsmerkmal der Berlinale – und das seit nunmehr 34 Jahren, als sie von Juni/Juli in den Februar umzog. Muss aber so sein, wegen des zeitlichen Abstands zu Cannes und Venedig. Wollte man gar eine saubere Dreimonatspause zwischen den Großfestivals herstellen, wäre ein Berlinale-Termin Mitte Januar ideal. Aber wer will schon für Tausende von Profis, die sich auf solch ein Mammutereignis vorbereiten müssen, Weihnachten und die Erholungsstille zwischen den Jahren abschaffen?

Wenn die Berlinale so attraktiv ist: Warum kommen weniger Stars hierher als nach Cannes und Venedig?

Mittelmeer statt Moabit, Lagune statt Landwehrkanal: Klar, Kulisse und Klima sind ein wichtiger Grund. Der Schwund an Hollywoodstars aber, ein ernstes Problem des Festivals, liegt überwiegend an der Vorverlegung der Oscar-Verleihung um mehrere Wochen, erstmals im Jahr 2004. Vorher nutzten die Studios die Berlinale rund um die Verkündung der Oscar-Nominierungen als perfekten Werbeauftritt. Heute müssen die Stars der bereits vor der Berlinale nominierten Filme bei diversen Oscar-Dinners in L. A. und anderswo die alles entscheidenden Academy-Mitglieder bei Laune halten. So gilt längst Venedig im Herbst als ideale Startrampe für oscarverdächtiges Filmgut, gemeinsam mit dem unmittelbar darauf folgenden Festival in der kanadischen Millionenmetropole Toronto. Cannes wiederum hat mit seinen weltberühmten Stufen, die in den zwar hässlichen „Bunker“, aber schnurstracks in den Weltruhm führen, unangefochten eigenen Star-Appeal. Jeder weiß: No-Shows von eingeladenen Filmprotagonisten hätten dort, diplomatisch formuliert, deren Nichtbeachtung auf Restlebenszeit zur Folge.

Berlin weiß sich zu helfen. Dieses Jahr versammelt es etwa Meryl Streep, Angelina Jolie, Shah Rukh Khan und Robert „Twilight“ Pattinson für Auftritte außerhalb des Kern-Wettbewerbsprogramms – und wer mag dann immer streng fragen, ob auch die Qualität ihrer Filme in angemessenem Verhältnis zum PromiRummel steht. Andererseits schmücken deutsche, vor allem durch die Berlinale gemachte Stars den Wettbewerb: diesmal etwa Nina Hoss, Jürgen Vogel, Lars Eidinger und Corinna Harfouch. Wem das nicht genug ist: Das ganze Jahr feiern Großverleiher rentabler Titel ihre Europa- oder Deutschlandpremieren mit Glanz und Allotria in Berlin. Allerdings abseits der am hellsten leuchtenden Scheinwerfer – abseits der Berlinale.

Und wie konkurrieren die drei Top-Festivals in ihrer Königsdisziplin, dem Wettbewerb?

"Filmgeschichte wird im Wettbewerb geschrieben“, notierte der Kritiker Michael Althen einmal – und tatsächlich, über das Profil eines großen Festivals entscheidet nicht die noch so löbliche Breite des Angebots, sondern die Spitze. Welche Entdeckerlust zeichnet die Auswahlkomitees aus? Welche Weltkarrieren von Künstlern und welche Erfolgsgeschichten von Filmen verknüpfen sich mit welchen Festivals? Vor allem: Welche Bindungskraft entwickeln sie, wenn es um die ganz Großen des Kinos geht? Hier stand die Berlinale zuletzt nicht gerade glücklich da, und das Festival und mit ihm sein insgesamt so sonnig agierender Direktor waren zunehmender Kritik ausgesetzt. Bei 6000 Einreichungen gab es schon mal rekordverdächtig wenige Filme im eigentlichen Wettbewerb, die zudem überwiegend nicht überzeugten – wie musste erst das übrige Material beschaffen sein?

Im vergangenen Jahr wurden diese Strukturprobleme, die auf das Schicksal der Filme im Alltag durchschlagen, am krassesten deutlich, intern und erst recht im Vergleich zu Cannes und Venedig. Alle 20 Wettbewerbsfilme in Cannes, ob von Lars von Trier oder von Pedro Almodóvar, Terrence Malick oder Nanni Moretti, starteten dort ihre Weltkarriere: Allesamt kamen sie in Frankreich ins Kino, drei Viertel davon mit durchschlagendem Erfolg – acht Titel wurden auch hierzulande gestartet, wenn auch in der Regel mit weitaus bescheideneren Ergebnissen als im Filmkulturland Nummer Eins. Und Venedig? Rund die Hälfte der 23 Wettbewerbsbeiträge, darunter Filme von Roman Polanski, David Cronenberg, George Clooney, Marjane Satrapi und der „Faust“-Siegerfilm von Alexander Sokurow, setzte sich international durch, mit ordentlichen Zahlen auch in Deutschland. Von den 16 Wettbewerbstiteln der Berlinale dagegen bleibt nicht viel mehr als der Bären-Sieger „Nader und Simin“ sowie der vom Sundance-Festival übernommene „Margin Call“. Und: Selbst hierzulande kamen nur fünf weitere Wettbewerbsfilme ins Kino, laborierten dort in Sachen Zuschauerzahlen allerdings nahe der Nachweisgrenze.

Das Debakel ist den genannten unabwendbaren Wettbewerbsnachteilen der Berlinale, aber auch ein paar hausgemachten Gründen geschuldet. Teils dürfte die jahrelange Bestellung künstlerisch nicht durchweg kompetenter Jurys manchen Interessenten vom Gang nach Berlin abgehalten haben. Immer wieder wird auch Festivaldirektor Kosslick zwar für seine Manager- und vor allem filmfamilienväterlichen Qualitäten gerühmt, nicht aber für jene cineastische Leidenschaft, die Filmkünstler erst an bestimmte Festivals bindet. Schließlich: Das alljährlich mit einigem Stolz präsentierte politische Engagement gerade bei der Zusammenstellung des Wettbewerbs, zwar heutzutage kein Alleinstellungsmerkmal großer Festivals mehr, richtet sich gegen die Macher, wenn die künstlerische Qualität der Filme nicht überzeugt.

Wo steht die Berlinale im Prestige-Ranking der drei Großen?

Dieter Kosslick selber sieht sein Festival derzeit hinter Cannes und Venedig auf Rang drei. Auch wenn es dafür keinen objektiven Gradmesser gibt: In den letzten zehn Jahren war das nicht immer so. Cannes war die Pole Position zwar auch in den kurz unruhigen Jahren des Generationswechsels vom ewigen ProgrammPapst Gilles Jacob zu Thierry Frémaux zwar nie zu nehmen, dafür wirkte Venedig umso angeschlagener. Vor allem in den schwungvollen ersten Kosslick-Jahren kämpfte Venedig mit dauernden Wechseln in der Festivalspitze, bis Marco Müller dem Ereignis am Lido durch ein ehrgeiziges Programm wieder Respekt verschaffte.

Derzeit mag Berlin seinen klar medaillentauglichen Platz unter den Großen auch deshalb halten, weil das oscar-günstig gelegene Toronto nach wie vor auf einen Wettbewerb verzichtet. Andererseits strengt sich die Berlinale selber sichtbar an, um auch über ihre genuine Attrraktivität hinaus weiter vorn mitzumischen. Die Wettbewerbsjury mit dem Präsidenten Mike Leigh versammelt ausschließlich klingende Namen, und alle 18 Filme im Wettbewerb sind Weltpremieren. Auf derart strenge Besetzung der Jury nur mit Künstlern konnte man sich bislang eher in Cannes verlassen, und das Prinzip Weltpremiere im Wettbewerb wurde in Venedig vom scheidenden Marco Müller besonders hochgehalten. So schnell kann's gehen: Zwei – anderweitige – Alleinstellungsmerkmale weniger.

Der Tagesspiegel, [08.02.2012]

 
S-Bahnkrise und Touristenboom lassen die Fahrgastzahlen steigen

Liegt es an den vielen Touristen? Oder an der Konjunktur, die den Berufsverkehr wachsen lässt? Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben noch keine endgültige Erklärung dafür, warum die Fahrgastzahl im vergangenen Jahr so stark gestiegen ist. Doch eines ist wohl klar: Die S-Bahn-Krise trug dazu bei.

„Das ist unser bestes Ergebnis seit vielen Jahren“, sagte BVG-Marketingchef Wilfried Kramer. Nach der jüngsten Berechnung wurden die U-Bahnen, Busse, Straßenbahnen und Fähren der BVG im vergangenen Jahr für 936,5 Millionen Fahrten genutzt. Das sind 14,5 Millionen Fahrten mehr als im Jahr davor. So hoch wie 2011 ist die Fahrgastzahl seit Anfang der neunziger Jahre nicht mehr gewesen. Am kräftigsten hat die Berliner U-Bahn zugelegt: von 485 Millionen auf 505 Millionen Passagiere. Für die Planer ist das ein Zeichen dafür, dass das Landesunternehmen weiterhin von der Krise bei der S-Bahn profitiert. Im harten Winter vor einem Jahr sind weitere Fahrgäste auf die zuverlässigere U-Bahn ausgewichen – und ihr treu geblieben.

Die Verbesserung der Wirtschaftslage wirke sich ebenfalls aus. Ein Faktor sei der Tourismus-Boom in Berlin. Zwar ist der Anteil der Touristen bei den Fahrgästen weiter gering – derzeit sind es fünf Prozent. Doch sie frequentieren den Nahverkehr intensiv: „Sie nutzen für 90 Prozent ihrer Fahrten in Berlin Busse und Bahnen“, so Kramer. Die andauernde Zunahme der Touristenzahl beeinflusst die Fahrgastzahl überdurchschnittlich stark.

„Bei uns macht sich auch positiv bemerkbar, dass in Berlin die Einwohnerzahl gestiegen und die Arbeitslosenquote gesunken ist“, sagte Kramer. Das spiegele sich in der Zahl der Stammkunden mit Abos, Firmen- oder Semestertickets wider: Sie stieg auf 322.500.

Rosig geht es der BVG dennoch nicht. Die Verschuldung ist im vergangenen Jahr um hundert Millionen Euro gewachsen – auf fast 840 Millionen Euro. Aktuell fordert die Gewerkschaft Verdi Lohnerhöhungen. Die Tarifverhandlungen wurden am gestrigen Montag erneut ergebnislos vertagt, die Gefahr eines Warnstreiks wächst. Nun plant die BVG die nächste Fahrpreiserhöhung. Dem Vernehmen nach sind als Termine der 1. August 2012 oder der 1. Januar 2013 im Gespräch.

S-Bahn-Teilausschreibung im Juli

Die S-Bahn nannte noch keine Fahrgastzahlen. Bei ihr steht ein anderes Thema im Vordergrund: Wie geht es mit ihr weiter? Der neue Senator für Stadtentwicklung, Michael Müller (SPD), kündigte wichtige Entscheidungen an. So werde der Senat in einer Woche im Amtsblatt der Europäischen Union mitteilen, welche Anforderungen die 388 neuen S-Bahn-Wagen erfüllen müssen. Als Nächstes will der Senat Mitte März über die geplante Teilausschreibung beraten – unter anderem darüber, für welche Strecken als Erstes ein neuer Verkehrsvertrag ab Ende 2017 abgeschlossen wird. Als Vorstufe soll Ende März ein Wettbewerb starten, bei dem Zugbetreiber mitteilen können, unter welchen Bedingungen sie an der Ausschreibung teilnehmen würden. Mitte Juli soll dann das 20-monatige Vergabeverfahren beginnen.

Der Senat muss noch entscheiden, ob der künftige S-Bahn-Betreiber die nötigen neuen Züge selbst kauft. Müller wäre für diese Lösung, allerdings könnte das Land die Finanzierung mit einer Bürgschaft erleichtern. Auch darüber, ob sich die BVG bewirbt, sei noch zu befinden. Dagegen hätte Müller aber „allergrößte Bedenken“. Er bestätigte, dass es bei dem einen Verfahren nicht bleibt: Nach und nach werde der gesamte S-Bahn-Betrieb in mehreren Teilen ausgeschrieben.

Berliner Zeitung, [07.02.2012]

 
Seit 10 Uhr läuft der Kartenvorverkauf für die Berlinale

Montagvormittag, der Vorverkauf für die Berlinale hat begonnen. Direkt nach Verkaufsstart war das Online-Ticket-System überlastet, vor den Vorverkaufsstellen gab es zwei über 40 Meter lange Schlangen. Eine Kundin sagte, sie habe noch nie einen größeren Andrang beim Vorverkauf gesehen. Doch trotz der Wartezeit von durchschnittlich zwei Stunden, wirkten die Menschen vor Ort gelassen und unterhielten sich entspannt.Wir sagen Ihnen, wie und wo Sie an Berlinale-Tickets gelangen.

Wann und wo

Die Öffnung der Schalter war noch lange nicht in Sicht, doch bereits am Sonntagnachmittag hatten sich in den Potsdamer Platz Arkaden einige Dutzend Filmjünger vor den Berlinale-Kassen eingefunden, ausgerüstet mit Klappstühlen, Luftmatrazen und Proviant.

Sie wollten die Ersten sein, denn der Countdown läuft: Auf die Minute pünktlich um zehn Uhr beginnt am heutigen Montag der Vorverkauf für die 62. Internationalen Filmfestspiele Berlin vom 9. bis 19. Februar. Tickets gibt es dann täglich von 10 bis 20 Uhr an den Zentralen Vorverkaufsstellen in den Arkaden am Potsdamer Platz, im Kino International, Karl-Marx-Allee 33 in Mitte, und im Haus der Berliner Festspiele, Schaperstraße 24 in Wilmersdorf.

Der Kartenvorverkauf findet jeweils drei Tage, für die Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus statt. Ab Vorverkaufsbeginn sind Eintrittskarten auch bei allen an das Eventim-Netz angeschlossenen Theaterkassen gegen eine Vorverkaufsgebühr von zwei Euro erhältlich. Am Tag der Vorstellung sind Tickets nur an den Tageskassen der Kinos erhältlich.

Für alle Vorführungen im Friedrichstadt-Palast, im HAU, in den Spielstätten des Kulinarischen Kinos, der Reihen Happy Birthday, Studio Babelsberg und Berlinale goes Kiez startet der Vorverkauf ebenfalls am 6. Februar. Ebenso für den Berlinale Kinotag am 19. Februar. Generell, außer in der Sektion Generation, gilt: Rein darf, wer über 18 Jahre alt ist.

Ticketpreise

Für die regulären Vorstellungen unter anderem in den Sektionen Wettbewerb, Panorama, Forum und der Perspektive Deutsches Kino kostet ein Ticket zwischen acht und zwölf Euro, am Berlinale Kinotag sechs Euro. 3-D-Vorführungen kosten zwei Euro extra. An den Kinokassen kann nur in bar bezahlt werden, an den Vorverkaufskassen werden auch EC-Karten akzeptiert. Ein Tipp: In der Sektion Wettbewerb werden noch nicht verkaufte Tickets 30 Minuten vor Vorstellungsbeginn zum halben Preis verkauft – auf solche Restkarten zu setzen ist bei großer Popularität des Wettbewerbsbeitrages riskant.

Für Schüler, Studenten, Behinderte, Arbeitslose, Hartz-IV-Empfänger, Inhaber des Berlinpasses und Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst gibt es an den Tageskassen 50 Prozent Ermäßigung.

Online kaufen

Nach Verkaufsstart am Montagmorgen um 10 Uhr war das Online-System sofort überlastet. Immer mehr Besucher nutzen den Onlinevorverkauf, auch wenn das Onlinekontingent begrenzt ist. Der Verkauf ist direkt aus der Programmdarstellung auf der Homepage www.berlinale.de verlinkt und kostet 1,50 Euro Bearbeitungsgebühr pro Ticket extra. Die Bezahlung läuft nur über Kreditkarte, nachträgliche Bestelländerungen sind nicht möglich. Die gebuchten Karten können zwischen 10 und 19.30 Uhr gegen Vorlage der ausgedruckten Bestellbestätigung und des Personalausweises abgeholt werden. Das geht allerdings nur am Internetcounter der Berlinale in den Arkaden am Potsdamer Platz. Da es hier durchaus mal zu Wartezeiten kommen kann, sollte man seine Tickets besser nicht erst kurz vor Vorstellungsbeginn abholen. Wer sich allerdings schon auf die erste Vorstellung des indischen Superstars Shah Rukh Khan gefreut hat, muss sich bis zur zweiten Runde gedulden. Innerhalb kürzester Zeit waren die Tickets für die Bollywood-Produktion ausverkauft.

Rollstuhlplätze

Alle Kinos mit Ausnahme des Delphi Filmpalastes, Filmkunst 66 und des Hackesche Höfe Kinos sind rollstuhlgerecht. In vielen Lichtspieltheatern gibt es eine begrenzte Anzahl von Rollstuhlplätzen. Eintrittskarten sind bei vorheriger telefonischer Bestellung ab dem 6. Februar unter der Nummer 259 20 259 täglich von 11 bis 17 Uhr oder per Fax unter 030-259 20 230 buchbar. Die Eintrittspreise richten sich nach der jeweiligen Vorstellung, das Ticket für die Begleitperson ist kostenfrei. Die bestellten Karten sind ab dem 9. Februar im Berlinale-Servicecenter, Eichhornstraße 3 am Potsdamer Platz, erhältlich.

Der Tagesspiegel, [06.02.2012]

 

 
Der Bär zeigt berühmte Motive der Berliner Filmgeschichte

Vom 09. bis 19. Februar 2012 findet die 62. Berlinale statt. Passend zu einem der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie, ist die neuste Buddy Bär Miniatur "Filmstadt Berlin" erhältlich. Der Bär zeigt berühmte Motive der Berliner Filmgeschichte.

Neben Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" oder den Klassikern "Metropolis" und "M – eine Stadt sucht einen Mörder", sind der Potsdamer Platz und der Zoo Palast als aktuelle Schauplätze von Premierenfeiern und Filmfestspielen zu sehen.

Berlin schaut auf eine lange Filmtradition zurück und ist heute eine wachsende lebendige Filmstadt. Jedes Jahr entstehen hier rund 300 neue Filmproduktionen. Zahlreiche Synchronisationsstudios sowie mehrere hundert Film- und Fernsehproduktionsfirmen sind hier ansässig.

 
Nicht nur das Podium machte dieses Mal einen leicht müden Eindruck

"Ziehen Sie sich warm an“, empfahl Dieter Kosslick auf der diesjährigen Pressekonferenz zur bevorstehenden Berlinale. Vorbildhaft trägt er selbst im überheizten Saal des Bundespresseamts wie immer einen schützenden Schal um den Hals. So gemütlich und saturiert geht es bekanntlich nicht überall auf der Welt zu.

Aufbrüche und Umbrüche hätten das Programm der 62. Internationalen Festspiele Berlins entsprechend kuratiert, so Dieter Kosslick, zahlreich die Geschichten um Aufstände und Revolutionen. Aus allen Teilen der bekannten und unbekannteren Welt erreichen uns Nachrichten von oft schmerzhaften gesellschaftlichen Umbrüchen, die, folgt man Kosslick, durchaus aber auch vergleichbar sind.

Geld und die Rettung des Selbst

Denn wenngleich es im Schlafzimmer von Hosni Mubarak kurz vor dem Sturz des Herrschers wahrscheinlich nicht ganz so sexy zuging, wie bei Marie Antoinette in dem Eröffnungsfilm „Les adieux à la reine“, am Ende geht es um Geld und die Rettung des Selbst. Da solche gesellschaftlichen Umbrüche stets eine Geschichte haben, wird es quer durch alle Sektionen Filme geben, die politische Entwicklungen, die Teilhabe an der Macht, über lange Zeiträume betrachten.

In besonderer Weise gilt dies wohl für den zuletzt für den Wettbewerb nominierten „White Deer Plain“ des chinesischen Regisseurs Wang Quan’an, die Adaption eines umstrittenen Buchs über die chinesische Geschichte. Angesichts von Zeit und Raum, die es da zu bewältigen gilt, erscheinen dreieinhalb Stunden Laufzeit tatsächlich nicht sehr lang.

Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen

Ob sich das epische Werk deshalb als Kurzfilm klassifizieren lässt, wie Kosslick es auf seine zum Scherz drängende Weise tut, sei dahingestellt. Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen eben, doch ohne seine Koketterien („Wie heißt das noch mal, wo man beim Telefonieren die Leute sehen kann?“) und grenzwertigen Kommentare wäre der Unterhaltungswert der Pressekonferenz nicht mehr messbar.

Allerdings ist die immer gleiche drängende Frage der Journalisten nach den Stars angesichts der gerade vorgestellten thematischen und formalen Vielheit der Filme ja auch nicht wirklich originell. Ganz neu ist in diesem Jahr dagegen das „Berlinale Special“ im Haus der Berliner Festspiele. Hier wird unter anderem das Bosnien-Drama von Angelina Jolie zu sehen sein, und nach den Abendvorstellungen besteht die Möglichkeit, mit den Filmemachern zu diskutieren.

Weiterhin gibt es aber zahlreiche Künstler, die nicht zur Berlinale kommen können, weil sie in ihren Heimatländern festgehalten werden, wie etwa der iranische Regisseur Jafar Panahi oder der chinesische Künstler Ai Weiwei. So ernst kann man Kunst auch nehmen.

Berliner Zeitung, [01.02.2012]

 
Fraktionschef Raed Saleh stellt die Nutzung des ICC als Kongresszentrum wegen zu hoher Sanierungskosten infrage

Vor neun Wochen erst haben SPD und CDU in ihrer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, dass das ICC nach der geplanten Sanierung als „zentrales Kongresszentrum weitergenutzt“ wird. Doch der neue SPD-Fraktionschef Raed Saleh stellt das Ganze jetzt wieder infrage. Er kann sich inzwischen auch eine andere Nutzung vorstellen: Sollten die Sanierungskosten tatsächlich „in Richtung 330 Millionen Euro gehen“, sagte Saleh am Sonntag, könne man im ICC statt eines Kongresszentrums Ausstellungsflächen für die Messe Berlin unterbringen, womöglich mit variablen Innenwänden. Das käme preisgünstiger. „Zunächst einmal sollten wir aber gemeinsam mit dem Koalitionspartner CDU und den drei zuständigen Senatsverwaltungen genau errechnen, wie teuer eine Sanierung wird“, sagte Saleh. Er wolle bei den Kosten für Asbestbeseitigung, Umbau und energetische Sanierung Klarheit. „Man kann das ICC auch totrechnen."

Ein Gutachten aus dem Hause von Finanzsenator Nußbaum (parteilos) hatte jüngst die Sanierungskosten bei 330 statt der ursprünglich geplanten 180 Millionen Euro gesehen. Von Nußbaum ist bekannt, dass er nicht viel von einer ICC-Sanierung hält. Saleh stellte aber klar, dass er das ICC keineswegs abreißen wolle. „Ich bin ein Fan des ICC.“ Bei der von Saleh ins Gespräch gebrachten Teilsanierung des ICC würde das eigentliche Kongresszentrum dann in der Mehrzweckhalle seinen Platz finden, die am Ort der abgerissenen Deutschlandhalle entstehen soll. Bisher soll diese Halle nur während der mehrjährigen ICC-Sanierung als Ersatz für das Kongresszentrum herhalten.

Umfangreiche Umbauten

Michael T. Hofer, Sprecher der Messe Berlin GmbH, sprach sich am Sonntag dafür aus, am ICC als Kongresszentrum festzuhalten. „Das ICC muss auch nach der Sanierung weiter Kongressen Platz bieten“, sagte er. Die neue Mehrzweckhalle brauche man später für zeitgemäße Präsentationen. Die Messe Berlin könne nicht ständig mit „Zwischenlösungen“ arbeiten. „Unser Ziel ist, dass Kongresse in Berlin bleiben und nicht ins Ausland gehen“, sagte Hofer. Allein im vergangenen Jahr hätten die Kongresse und ihre Teilnehmer zwei Milliarden Euro nach Berlin gebracht. Im Innern des ICC müssten allerdings umfangreiche Umbauten vorgenommen werden, so der Messe-Sprecher. Man müsse zum Beispiel den Küchenbereich verkleinern, brauche weniger Fernsehstudios und keine Telefonzellen mehr. Stattdessen benötige man zusätzliche Konferenzräume.

Die CDU machte klar, dass sie an den bisherigen Plänen für das ICC festhalte. Man brauche nun ein Finanzierungs- und Planungskonzept, so Heiko Melzer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. Es werden aber keine „Fünf-Sterne-Goldsanierung“ geben.

Berliner Zeitung, [30.01.2012]

 
Bei beißender Kälte und Schneefall luden Berliner Museen zur Langen Nacht

Als Eva Hausknecht zum letzten Mal in solch einer engen Grenzabfertigungskabine stand, bekam sie einen Lachkoller. Das war am 1. Dezember 1989, wenige Wochen nach dem Fall der Mauer, und die Goslarerin musste zu einer Tagung nach Ostdeutschland. „Ich hatte die fünf Mark Einreisegebühr als Münzgeld in der Hand, doch sie passten nicht durch den schmalen Schlitz unter dem Sicherheitsglas“, erinnert sich Hausknecht. Da habe sie vor der Grenzbeamtin einen Lachanfall bekommen. „Ich musste daran denken, wie ich wenige Wochen zuvor in so einer Situation noch total panisch reagiert hätte und musste immer mehr lachen."

Mehr als 20 Jahre später wirkt sie sehr gelassen.

Auch wenn der Besuch des Tränenpalasts nicht gerade sehr angenehme Erinnerungen an zahlreiche angsterfüllte Grenzkontrollen in Hausknecht wachruft – doch wiedersehen wollte sie ihn.

Eva Hausknecht ist an diesem Samstagabend mit ihrem Sohn Joachim auf der 30. Langen Nacht der Museen unterwegs. Der Tränenpalast ist die erste Station von Mutter und Sohn, die sich über diese besondere Gelegenheit freuen: Denn die ehemalige Ausreisehalle am Bahnhof Friedrichstraße nimmt erstmals an der Langen Nacht teil, da hier erst im September 2011 nach der Sanierung des Hauses die Ausstellung „GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung“ eröffnet wurde.

Bereits um kurz nach 18 Uhr, direkt zu Beginn der Langen Nacht, betreten nach und nach immer mehr Menschen den Tränenpalast. Sie schütteln sich den Schnee von Mützen und Jacken und freuen sich über die Wärme im Museum, denn draußen hat es bei Minusgraden angefangen, leicht zu schneien.

Wer an diesem Abend zu Fuß unterwegs ist und die beißende Kälte im Gesicht spürt, ist froh, wenn er dick angezogen ist. Oder wenn er bequem und warm in einem der Shuttlebusse sitzt, die die Besucher vom logistischen Zentrum am Kulturforum auf sechs Routen zu den 70 teilnehmenden Häusern innerhalb des S-Bahn-Ringes bringen. „Es ist immer sehr charmant in diesen Bussen“, sagt Sigrid Peter. „Es herrscht eine nette Atmosphäre, man unterhält sich schon mal untereinander und es passen immer zehn Menschen mehr hinein als man denkt."

Sigrid Peter ist mit Günter Paus schon zum zehnten Mal auf der Langen Nacht dabei, die beiden sind quasi alte Hasen. Gerade schauen sie sich die Ausstellung zur deutschen Geschichte im Historiale Museum Unter den Linden an, auch dieses Haus nimmt zum ersten Mal teil. „Mehr als vier Museen in Ruhe anzusehen schafft man einfach nicht“, weiß Sigrid Peter. Für dieses Mal haben sie und ihr Begleiter sich noch die Humboldt-Box und das Deutsche Historische Museum vorgenommen – mit dem Bus, auch wenn beide Ziele nur wenige Hunderte Meter weit weg sind.

Dabei ist es trotz der Kälte eine besondere Erfahrung, in dieser Nacht unterwegs zu sein. Auch wenn viele Gehwege wegen des steten Schneefalls zunehmend rutschiger werden und es schon fast ein kleines Abenteuer ist, die Schlossbrücke mit nicht besonders stark profilierten Schuhen zu überqueren.

Touristen fotografieren sich im Schneetreiben unter den starken Scheinwerfern vor dem Eingang des Automobil-Forums, das mit der Fotoausstellung „Riten des Lebens“ und mehreren Musikbands an der Langen Nacht teilnimmt. Kinder formen begeistert kleine Schneebälle, singen „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und an der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden spielt ein junger Mann Trompete – fast könnte wieder Weihnachten sein.

Einen besonders starken Eindruck ruft inmitten der fallenden Flocken die Wort-Licht-Installation „Lumières“ am Reiterdenkmal Friedrich des Großen Unter den Linden hervor, die noch bis Sonntagmorgen zu sehen ist. Da sich der Geburtstag des Preußenkönigs am 24. Januar zum 300. Mal jährte, widmet sich die Lange Nacht mit vielen Angeboten dem Alten Fritz.

Gelbe Beamer-Strahlen werfen rechts und links vom Reiterdenkmal französische Verse aus Friedrichs Feder und deren deutsche Übersetzung an die Fassaden der Humboldt-Universität. „Die Ruhe ist erlaubt, aber nur unter Lorbeeren“ heißt es da unter anderem. – Wie schön, ein Hauch Sommerfantasie inmitten des Wintereinbruchs.

Wer diesem entkommen will, flüchtet ins Deutsche Guggenheim. Hier entspannen sich die Besucher bei warmen Temperaturen und leiser Musik in blauen Liegestühlen. Ein gar nicht mehr ganz so junges Paar küsst sich ausdauernd und zärtlich, als läge es am Strand. Ansonsten sind hier eher auffällig viele junge Besucher unterschiedlicher Nationalitäten unterwegs, angelockt von der lebendig und modern präsentierten Ausstellung „Found in Translation“ über interkulturelle Verständigung.

Sommer herrscht auch im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums – anlässlich der Ausstellung „Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald“ wurde in dem großen Hof mit Vogelgezwitscher und Videos eine fast verträumte Waldatmosphäre geschaffen. Zwei junge Mädchen werfen sich hier übermütig auf den Boden und lachen, als würden sie ins weiche Moos fallen.

Weniger zu lachen haben zum gleichen Zeitpunkt all die Besucher, welche die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel besuchen wollen. Da aus Sicherheitsgründen nur 500 Personen im Haus erlaubt sind, hat sich vor dem Eingang eine lange Schlange gebildet.

Dass das kleine Schild, das darüber informierte, dass es Eintrittskarten nur im Alten Museum gibt, in der Dunkelheit nur sehr schwer zu erkennen ist, ärgert vor allem die Besucher, die diesen Hinweis übersehen. Sie erfahren erst nach einer langen Wartezeit unmittelbar am Eingang, dass sie ohne Ticket nicht eingelassen werden. Wer schon vorher ein Ticket hatte, hat Glück. Und kann an zahlreichen Führungen teilnehmen.

Zum Beispiel mit dem Kunsthistoriker Andreas Knüppel, der Führungen zum Thema „Friedrich der Große in den Werken Adolph Menzels“ anbietet. Sympathisch gemacht und informativ ist sein Vortrag an den Gemälden „Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen“ und „Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci“ – sehr lang allerdings nicht. „Die Führungen an normalen Tagen sind wesentlich länger und ausführlicher“, sagt Knüppel.

Denn die Lange Nacht ist für die teilnehmenden Museen natürlich nicht zuletzt ein wichtiges Werbeinstrument. Dass sie als solches funktioniert, beweist die konstant hohe Besucherzahl. Nach Erwartungen der Veranstalter werden es trotz der winterlichen Verhältnisse und mancher dadurch bedingter Verspätungen der Shuttle-Busse auch in dieser Nacht bis zum Ende um 2 Uhr morgens wieder gut 30.000 Besucher sein.

Nach 30 Langen Nächten und 15 Jahren waren es damit insgesamt mehr als eine Million Besucher. Das einmillionste Ticket hat an diesem Samstagabend eine Frau aus Friedenau an einer der Abendkassen am Kulturforum gekauft. Als Preis darf sie mit ihrer Tochter für drei Tage nach Budapest fliegen und die dortige Lange Nacht der Museen besuchen. Da diese im Juni stattfindet, müssen sich die Gewinnerinnen dann um warme Kleidung sicherlich keine Gedanken mehr machen.

Der Tagesspiegel, [28.01.2012]

 
Um zwei umstrittene Bauprojekte in der City-West war es ruhig geworden - doch nun tut sich wieder etwas

Die Pläne des Unternehmers Kurt Krieger für zwei Möbelhäuser in Grunewald und ein Wohnungsbauprojekt an der Wilmersdorfer Schaperstraße erzürnen Anwohner in der City-West. Beide Vorhaben schienen zuletzt am Widerstand von Bezirkspolitikern zu scheitern, aber die Investoren lassen nicht locker. Möbelhauschef Krieger traf sich Dienstagabend mit seinen Kritikern zum vertraulichen Gespräch. Und an der Schaperstraße hat der Baukonzern Hochtief das Areal gekauft, auf dem das Haus der Berliner Festspiele und die Bar jeder Vernunft stehen.

Dort stritten eine Bürgerinitiative und der bisherige Eigentümer, die in Hamburg und Schwerin ansässige Neubau-Gruppe, gut zehn Jahre lang. Zuerst ging es um ein geplantes Hochhaus, später um eine Wohnbebauung. Das Aus schien gekommen, als sich nach den Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf auch die CDU auf die Seite der Baugegner schlug. Im August 2011 stoppte der damalige Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) das Bebauungsplanverfahren. Nur die SPD schloss eine Bebauung nicht generell aus.

Nun hat Hochtief, bisher nur als Co-Investor im Gespräch, mit der Firma Neubau einen Kaufvertrag geschlossen. Dieser tritt laut Baustadtrat Marc Schulte (SPD) „nach Erlaubnis einer Wohnbebauung“ in Kraft. Der Konzern habe angekündigt, in einem „partnerschaftlichen Verfahren“ eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Das Bezirksamt werde mit allen Beteiligten reden, sagt Schulte. Vielleicht gebe es Spielraum beim Maß der Bebauung. Eine Hochtief-Sprecherin sagte, eine Detailplanung könne es erst nach einem Bebauungsplanverfahren geben. Dann werde man sehen, was „möglich ist“. Doch ob die BVV überhaupt bereit ist, ein neues Verfahren zu starten, ist offen.

Bewegung auch im Konfliktfall Grunewald: Möbelunternehmer Krieger und sein Projektleiter trafen sich mit Stadtrat Schulte und Vertretern der Bürgerinitiative „Zwischen den Gleisen“ zum Gespräch über geplante Möbelhäuser der Marken Höffner und Sconto auf dem ehemaligen Güterbahnhof. Die BVV hatte das Vorhaben im November als „nicht umsetzbar“ abgelehnt. Nach Angaben der von Eichkamper Bürgern gegründeten Initiative ging es nun vor allem um das befürchtete „Verkehrschaos“. Krieger habe „keine Lösung angeboten“, aber „erstmals Pläne mit alternativen Nutzungsformen“ vorgelegt.

Stadtrat Schulte relativierte das: Es sei zunächst nur um die Verkehrsbelastung im Falle einer Nutzung mit Kleingewerbe und Wohnungen gegangen, wie sie die BVV empfehle. Weitere Gespräche sollen folgen. Die Anwohner fordern, dass „historisch wertvolle“ alte Bahngebäude bis dahin nicht abgerissen werden.

Der Tagesspiegel, [26.01.2012]

 
Die Unterschriften gegen die Schließung des Kinos haben nichts genützt

Nachdem der Einsatz der Initiative "Rettet die Kurbel" und über 8000 Unterschriften nichts am Aus des Charlottenburger Kinos in der Giesebrechtstraße im Dezember ändern konnten, versuchen die Anwohner nun gerichtlich einen Baustopp zu erzwingen. Vier Anwohner hätten einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt, sagte Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD). Der Bezirk hatte im Dezember bereits einen entsprechenden Antrag abgelehnt.

Die Anwohner wollen die Eröffnung eines Biosupermarkts verhindern. Die verkehrlichen Entwicklungen seien im Bauantrag nicht geklärt worden, argumentieren die Anwohner. Sie befürchten Lärm und zugeparkte Straßen bei der Warenanlieferung und durch parkende Kunden.

Naumann sagte, dies solle im weiteren Verfahren besprochen werden. Marc Schulte, SPD-Bezirksrat für Stadtentwicklung, gab zwar zu, dass der Supermarkt zu verkehrlichen Veränderungen führen werde, allerdings „keine innerstädtisch untypische Verkehrssituation geschaffen wird“. Der Investor rechne mit bis zu acht Lieferungen pro Woche.

Obwohl die Stühle bereits aus dem großen Saal gerissen wurden, hoffen die Anwohner weiterhin auf einen Neustart des Kinos und wollen mit den Entscheidungsträgern sprechen. Das Bezirksamt jedoch, sagt Naumann, glaube nicht mehr an eine Rettung der Kurbel.

Der Tagesspiegel, [26.01.2012]

 
Auf der Grünen Woche feiern 300 Aussteller in der Brandenburghalle Jubiläum

Zuerst eine Salami mit Ananas, Mango und Kokos aus Wusterhausen, dann ein Gläschen Kräuterlikör "Halb so wild" aus Krummensee, ein Becher Chicorée-Eis vom Landgut Pretschen und zum Schluss ein mit Spargelsoße gemischtes Bier aus Neuzelle. Wer all diese Neuheiten in der Brandenburghalle der Grünen Woche probieren will, braucht eine gute Konstitution. Doch die Besucher werden sich auch diesmal wieder mit Vergnügen durch die Geschmacksproben kämpfen, zumal bei den Brandenburgern noch am ehesten die begehrten kostenlosen Häppchen zu ergattern sind.

Zwischen all den Köstlichkeiten liegt aber auch viel bunt bedrucktes Papier. Darauf finden sich Adressen von Pferdehöfen, Schlosshotels, Rad- und Kanutouren oder Einladungen in Hofläden, zu Landpartien und Erntefesten. Diesmal mehr denn je. Denn die märkischen Aussteller feiern Jubiläum: 1993 hatte das Land auf der Grünen Woche erstmals eine eigene Halle.

Noch bis in die späten 90er Jahre war das alljährliche Gastspiel der Brandenburger Landwirte auf der Messe für viele Berliner und ihre Kinder ein seltenes Erlebnis. Doch inzwischen ist das Umland vertrauter geworden. Etliche Höfe laden unter dem Motto „Land erleben“ auch selbst nach draußen in ihre Hofläden und Ställe ein, vor allem im Juni zur schon traditionellen „Brandenburger Landpartie“. Aber sie kommen auch weiterhin gerne in die Stadt, um auf der Grünen Woche für all diese Angebote kräftig zu werben.

Rund 300 Aussteller sind im zwanzigsten Jahr in der Brandenburghalle. Die 640.000 Euro, die sich das Land seinen diesjährigen Messeauftritt kosten lasse, seien „gut angelegtes Geld“, sagte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) beim Rundgang am Donnerstag. Weitere 266.000 Euro steuern die einzelnen Aussteller bei. Einige sind sogar schon seit 1993 dabei.

Wie potenzielle Ausflügler „geködert“ werden, zeigt der gemeinsame Stand der Agrargenossenschaft Ranzig bei Beeskow und des Tourismusverbandes Oder-Spree-Seenland. Während die Landwirte über die Vorzüge ihrer regionalen Produkte berichten und dazu eine gemeinsam mit der Freien Universität Berlin (FU) entwickelte Wurstpraline reichen, werden zugleich touristische Neuheiten präsentiert. „Passend zum Friedrich-Jahr stellen wir unter anderem eine Königstour durchs Oderbruch vor“, sagt Verbandschefin Ellen Rußig. „Radler können in zwei Tagen eine herrliche Landschaft erleben und dabei kulinarische Spezialitäten kosten."

Friedrich II. hat offenbar eine ganze Reihe von Ausstellern an langen Winterabenden inspiriert. Die Confiserie Felicitas aus Hornow in der Lausitz bietet den König in „feinster Schokolade nach dem belgischem Reinheitsgebot“ an. „Die Figuren werden in aufwendiger Detailarbeit dekoriert und anschließend mehrlagig gegossen“, erklärt Firmenchefin Goedele Matthyssen. Mit ihrem gleichfalls aus Belgien stammenden Mann Peter Bienstman hat sie 1992 eine ehemalige LPG-Küche in eine Schokoladenwelt verwandelte. „Beim Vernaschen garantieren wir auch beim Alten Fritz den typischen Knackeffekt“, verspricht die umtriebige Unternehmerin, die natürlich auch touristische Programme offeriert.

Ganz tief in die Geschichte eingetaucht ist der Chef der Potsdamer Gaststätte „Die Tenne“, Björn Franke. Er serviert im halleneigenen Kochstudio „Kartoffeln in Weinbrühe und Steinpilzen“ nach einem friderizianischen Küchenzettel. Allerdings hätten die königlichen Köche mit sehr viel Pfeffer und Muskat gearbeitet. Das habe er etwas abgeschwächt. Aus Potsdam kommt auch „Wildschwein in Braunbier“ und „Gepökelter Wildschweintafelspitz“. Dazu preist Braumeister Jörg Kirchhoff von der Braumanufaktur Forsthaus Templin am Rande Potsdams seine Bio-Biere an. „Wir sind zum neunten Mal dabei und längst rechnet sich unser Stand“, sagt Kirchhoff. Viele Messebesucher finden später den Weg in seinen Biergarten über dem Templiner See.

Überhaupt scheint Potsdam auch ein großes Dorf zu sein. „Ein Drittel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt“, heißt es am Gemeinschaftsstand. Das sei Spitze unter den Landeshauptstädten. Allerdings löst sich das Rätsel beim Nachfragen auf. Die 30 Agrarbetriebe arbeiten vorwiegend in den eingemeindeten Orten wie Marquardt oder Satzkorn.

Nicht nur kulinarisch, sondern auch zoologisch fallen die Brandenburger diesmal auf. In der Tierhalle dürfte im Jubiläumsjahr der gemeinsame Auftritt der Stuten der amerikanischen Miniaturrasse aus Neustadt/Dosse und der mächtigen Pferde der englischen Rasse Shires aus Schenkendorf bei Königs Wusterhausen zu den Höhepunkten zählen.

Während die einst als Spielkameraden für die Kinder an europäischen Königshäusern gezüchteten Mini-Pferde nur eine Rückenhöhe von kaum mehr als 86 Zentimetern aufweisen, kommen die Shires auf stolze 2,05 Meter. Letztere können auch in Reiterferien vor Ort entdeckt werden. Und es fehlt natürlich auch bei diesen Auftritten nicht an entsprechend vielen Prospekten.

Der Tagesspiegel, [20.01.2012]

 
Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf hat eine neue Heimat gefunden

Den Namen Heimatmuseum trägt das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf schon seit Jahren nicht mehr, die Bezeichnung habe "für viele Leute verstaubt" geklungen, sagt die Leiterin Birgit Jochens. Und Charlottenburg sei ja bereits vor der Eingemeindung nach Berlin eine große, reiche und moderne Stadt gewesen. Deren Kunstschätze und Dokumente bilden zusammen mit Beständen aus Wilmersdorf sowie privaten Leihgaben und Schenkungen die Sammlung des Museums, das nun endlich auch angemessene Räume hat: Am Sonntag ab 16 Uhr lädt Jochens zur Wiedereröffnung in die Villa Oppenheim am Otto-Grüneberg-Weg, ein fast vergessenes Schmuckstück, versteckt gelegen nahe der Schlossstraße.

Das Konzept hat sich verändert“, erläutert Jochens. Noch im Aufbau ist die Dauerausstellung „Von der Residenz zur City West“, für die es am alten Standort gegenüber dem Schloss Charlottenburg zu wenig Platz gegeben hatte. 1987 war das damalige Heimatmuseum Charlottenburg anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins entstanden. Birgit Jochens leitet die Einrichtung seit 1990, zuletzt schrieb sie auch ein Buch zum Ku'damm-Jubiläum. Doch bisher waren viele Exponate eingelagert oder an anderer Stelle zu sehen, im Rathaus Charlottenburg etwa oder in der Kommunalen Galerie am Hohenzollerndamm.

Letztlich wurde ein Kostenproblem zum Glücksfall für das Museum: Das Land hatte die alten Räume bislang gratis zur Verfügung gestellt, voraussichtlich wäre bald aber Miete fällig. Deshalb wurde beschlossen, ein Museum für Gegenwartskunst in der Villa Oppenheim aufzulösen und dafür das Bezirksmuseum einzuquartieren. Das Baudenkmal wurde zwei Jahre lang komplett renoviert und für 1,6 Millionen Euro umgebaut, einen Großteil der Mittel spendierte die Lottostiftung. Das war wohl auch eine Gegenleistung dafür, dass der Bezirk einen anderen Altbau – das Kommandantenhaus am Spandauer Damm – der Sammlung Berggruen überlassen hat.

Ein Vorgängerbau der Villa Oppenheim war einst der Sommersitz des Bankiers Alexander Mendelssohn. Später wurde der Jurist Otto Georg Oppenheim zum Namensgeber und Bauherrn des 1881–82 errichteten Hauses im Stil der Neorenaissance. Es bietet nun drei Etagen für Ausstellungen, Veranstaltungen und das vergrößerte Museumsarchiv.

Eine wichtige Neuerung ist der ehrenamtliche Freundeskreis. 20 Helfer sind Aufrufen zur Mitarbeit bereits gefolgt – darunter Lehrer, Beamte, Medienprofis und Ruheständler. Die Freiwiligen unterstützen die vier Festangestellten, indem sie „durch Ausstellungen führen wollen und ein Halbjahresprogramm erarbeiten“, wie Jochens sagt. In der heißen Phase der Wiedereröffnung haben die Förderer natürlich besonders viel zu tun, später wollen sie sich mindestens einmal im Monat treffen.

Die Kunstsammlung Charlottenburg sei in der ersten Etage „erstmals in dieser Gesamtheit“ öffentlich zugänglich, sagt Jochens, in einem der Säle hängen alte Gemälde. Hinzugekommen sind auch ein Café sowie ein Raum für spielerische „Stadterkundungen“ durch Grundschulklassen. Dort zeigen Exponate das Lebensumfeld von Kindern in früheren Zeiten – das Spektrum reicht von alten Puppenkisten und Rollschuhen über Entlausungsgeräte bis hin zu Care-Paketen und Mecki-Figuren aus der Nachkriegszeit.

Birgit Jochens will „das ganze Haus“ bespielen“, unter anderem auch durch Vorlesungen mit Musik. Firmen, Stiftungen und Vereinigungen können Räume für kleinere Events mieten. Da bei der Wiedereröffnung zunächst nur die Planungen für die Dauerausstellung über den Bezirk vorgestellt werden können, stehen zwei Sonderausstellungen im Vordergrund. Die eine handelt vom Leben der Familien Mendelssohn und Oppenheim in Charlottenburg.

Schwerere Kost ist die Ausstellung „Die Träume einzig blieben mir in meiner kahlen Zelle“: Hier geht es um Frauen aus dem Widerstand gegen Hitler, die in der Nazizeit im Gerichtsgefängnis Kantstraße 79 inhaftiert waren. Aus diesem Anlass will der Dramatiker Rolf Hochhuth, dessen Schwiegermutter zu den Betroffenen gehörte, am Sonntag Gedichte zum Thema Widerstand vortragen.

Weitere Ideen gibt es auch schon: Am 28. Januar lädt Jochens anlässlich der „Langen Nacht der Museen“ in die Villa Oppenheim ein, und für die zweite Jahreshälfte plant eine Projektgruppe aus Langzeitarbeitslosen eine Schau über die Geschichte der Wilmersdorfer Straß.

Schlossstr. 55, Zugang über Otto-Grüneberg-Weg. Tel.: 9029 24 108, www.villa-oppenheim-berlin.de. Die Wiedereröffnung wird am Sonntag, 22. Januar, ab 16 Uhr gefeiert. Die normalen Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 10–17 Uhr, So. 11–17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der Tagesspiegel, [20.01.2012]; Foto: Familienarchiv Peter Block

 

 
An der Staatsoper verlegt Jürgen Flimm Händels erstes Oratorium in die Künstlerkneipe

Katastrophen sind eine klassische Stimulanz der Kunst. Dass ein verheerendes Erdbeben 1703 Mittelitalien heimgesucht hatte, nutzte der Papst, um die als lasterhaft verrufenen Opernaufführungen in Rom zu verbieten. Der junge Händel, auf Italienreise um Musiktheater-Lorbeer zu erringen, musste in der Ewigen Stadt umdenken – und schuf sein erstes Oratorium „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“. Bis zu seinem Lebensende sollte ihn das Jugendwerk nicht mehr loslassen. Die letzte Musik, an die der erblindete Händel Hand anlegt, ist die englische Fassung. Durch eine geplatzte Produktion kam Jürgen Flimm vor neun Jahren in Kontakt mit dem Stück.

Aus der Not ward eine Ersatzkonzeption gebastelt, die dem allegorischen Disput zwischen Schönheit, Vergnügen, Zeit und Desillusion eine Szene unterschiebt. Flimms Ad-hoc-Regie feierte 2003 in Zürich Premiere, mit Cecilia Bartoli und einem zutiefst von den Stärken des Werkes überzeugten Marc Minkowski am Pult. Ein Erfolg, der von Zürich nach Madrid weitertingelte.

Jetzt ist „Il trionfo“ mit seinem Regisseur an der Staatsoper gelandet – und zu einem allzu leichten Spiel für Zeit und Desillusion geraten. Flimm siedelt seinen Wettstreit um die Evita-blonde Schönheit dort an, wo man sowieso am liebsten hockt: in einer irgendwie mondänen Bar, in die Künstler hineinschneien, wo Blattgold an den Wänden klebt, aber sonst nichts echt ist. Außer einem chronischen Durst, der nicht zusammen mit einem Hunger nach Erkenntnis geht. Irgendeine Flasche ist immer zum Greifen nah, und die Barkeeper stellen wortlos gewaltige Wodkagläser bereit. Man trinkt und bleibt derselbe, rauschfrei verloren in einer merkwürdig mechanischen Gegenwart. Bei derart schalem Amüsement bleibt der Schönheit viel Zeit für bange Blicke in den Spiegel. Prompt wittert die unangenehm siegessichere „Zeit“ ihre Chance – oder wie es Robert Gernhardt zierlich fasste: „Wer Schönes anschaut, spürt die Zeit, / und Zeit meint stets: Bald ist’s soweit."

Dass die Schönheit zugunsten ihres späteren Seelenheils ins Kloster verbannt wird, mag am Textdichter Kardinal Pamphili gelegen haben, dass das mephistophelisch gezeichnete Vergnügen die bewegendste Musik erhält, an Händel. Regisseur Flimm entwickelt nichts aus diesem Spannungsverhältnis. Ein Händel-Double rollt langsam hinter den Tresen, ein nicht mehr ganz trittsicherer Engel verlässt den Raum, ohne seine poetische Dichte zu beeinflussen. Von der Wut und Dringlichkeit, mit der unlängst Calixto Bieito „Il trionfo“ in Stuttgart in Szene setzte, keine Spur. Man sieht den Kellnern beim Taktzählen zu, ehe sie die Tischtücher abziehen dürfen – und wünscht sich fort aus dieser unerschütterlichen Biederkeit, hinein in die zerbrechliche Illusionsmaschine Theater, der Händel seine ganze Kunst gewidmet hat.

Sie blüht leider viel zu selten auf im Schillertheater, obwohl wiederum Marc Minkowski dirigiert, ein sinnlicher Koloss inmitten seines trefflichen Originalklangensembles „Les Musiciens du Louvre“. Minkowski weiß, dass in „Il trionfo“ eingelagert ist, wovon Händel sein Leben lang zehren wird, ob in späteren Opern oder englischen Oratorien. Und wenn er sich ganz hingibt, dann kommt unter seinen Händen ans Licht, wie viel Händel wusste von der Zeit – und wie sie uns erschüttern kann. Der Bogen, den er vom vor Verrat schäumenden Vergnügen bis zum unendlich zarten „Lascia la spina“ schlägt, sucht seinesgleichen an erfüllter Theatralik und zugleich tiefer Menschensicht. Auch, weil Inga Kalna als Vergnügen über die expressivsten Gestaltungsmittel verfügt, gefolgt vom eleganten, jedoch wenig druckvollen Alt, den Delphine Galou ihrer Desillusion leiht. Die Schönheit von Sylvia Schwartz gurrt in sich hinein, bis der Klang nicht mehr recht aus ihr herausfindet. Charles Workmans frohlockende Zeit bleibt oft so grau wie ihr Pferdeschwanz.

Von Jürgen Flimm tatsächlich zur Nonne gemacht, schaut die Schönheit einsam in ihr Wasserglas. Den Absatz von Alkoholika auf der Premierenfeier wird dieses Finale beflügelt haben. Ein Prosit auf den großen Gernhardt: „Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer. / Das Hässliche erfreut durch Dauer."

Wieder am 18., 21., 24., 27. und 29. Januar. Händel-Konzerte mit Les Musiciens du Louvre und Minkowski am 20./22. 1.

Der Tagesspiegel, [17.01.2012]; Fotos: Hermann und Clärchen Baus